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JohannesSchiess

um 1562 Herisau, um 1630 Herisau, ref., von Herisau. Sohn des Jung Hans Müller, genannt Scheuss, Wirts, Gemeindehauptmanns und Kleinrats. Früh verwaist, fand S. vorerst seinen Lebensunterhalt als Schafhirte und Knecht in der gemeinen Herrschaft Thurgau. Danach zog er in Herisau einen Aschen- und Weinhandel mit dem Thurgau auf, der ihm Wohlstand und Ansehen eintrug. 1626 erhielt er die Konzession zum Wirten. 1588 und 1591 sass S. im Gr., 1590, 1592 und 1595 im Kl. Rat des Landes Appenzell, 1593-96 war er Gemeindehauptmann von Herisau. 1597 vertrat er die äusseren Rhoden in der Landteilungsfrage an der eidg. Tagsatzung und 1598 im Kollaturstreit mit dem Fürstabt von St. Gallen. Für das neue Land Appenzell Ausserrhoden war S. 1596-1628 33-mal Tagsatzungsgesandter, 1597-1611 Landesseckelmeister und 1611-30 Landammann. Er vermittelte 1612 zwischen den Höfen im Rheintal und dem Fürstabt von St. Gallen und amtierte 1623 als eidg. Vermittler beim Glarner Religionsstreit. In Ausserrhoden bewirkte er eine verbesserte Ordnung der Regierungsgeschäfte, 1618 die Einführung des Kirchengesangs und 1622 die Festsetzung einer zweckmässigen Gerichtsorganisation. 1622-23 trug er mit Johann Dietrich Stauffacher von Schwyz wegen Geldforderungen einen kostspieligen Rechtshandel aus. Während des Pestzugs 1610-11 zog S. mit seinem Fuhrwerk von Haus zu Haus, versorgte die Erkrankten mit Lebensmitteln sowie Arznei und sammelte die Toten ein; zum Dank für diesen Einsatz wurde er zum Landammann gewählt. Das stattl. Wohn- und Geschäftshaus mit fünf Gewölbekellern und einer Schmiede, das er 1628 im Sangen in Herisau erbauen liess und mit acht gestifteten, kostbaren Wappenscheiben ausschmückte, verweist auf seine herausragende soziale Stellung.

Quellen und Literatur

  • AWG, 278 f.