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ConradZellweger

30.10.1659 Trogen, 17.2.1749 Trogen, reformiert, von Trogen. Sohn des Conrad (->). 1691 Maria Magdalena Tanner, Tochter des Laurenz Tanner (1631-1701). Nach seiner kaufmännischen Ausbildung 1679-1683 in einem St. Galler Handelshaus in Lyon soll Conrad Zellweger den Verfolgungen hugenottischer Glaubensflüchtlinge nur knapp entkommen sein. Zurück in Trogen, betätigte er sich als Faktor für auswärtige Kaufleute, vor allem für Hans Conrad Hutsch in Feldkirch. 1692-1698 war Zellweger Ratsherr und Schreiber der Kirchhöri Trogen, 1698-1701 Ausserrhoder Landeshauptmann, 1704-1721 Landesseckelmeister und 1721-1732 Landesstatthalter. Ab 1717 exportierten er und sein Sohn Conrad (1694-1771) selbst die Leinwand nach Lyon, errichteten dort ein Warenlager und beschäftigten eigene Kommissäre. Den kommissionsweisen Einkauf von Geweben für andere Kaufleute führten sie fort. Mit Investitionen in die Ostindische Kompanie erlitten sie 1719 grosse Verluste. Nach der Übergabe des Geschäfts an seine Söhne Conrad und Johannes (->) 1726 widmete sich Zellweger vor allem der Politik. Aus der Landesregierung wurde er zweimal abgewählt, 1701 im Gefolge des Kalenderstreits und 1732 im Landhandel. In Letzterem wurde er als Haupt der Linden von den Harten seines Amts enthoben. Zellweger musste eine hohe Busse bezahlen und wurde lebenslang von allen Ämtern ausgeschlossen. Er war sparsam und von strenger Arbeitsmoral; seine Zeitgenossen warfen ihm Habsucht vor.

Quellen und Literatur

  • StAAR, Kommerzialarchiv Zellweger, Geschäftsbücher
  • Holderegger, Unternehmer, 72, 103
  • AppGesch 2, 157-183
  • "Bande der Hochachtung und Liebe", Ausstellungskat. Trogen, 2000, 12-14
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Zitiervorschlag

Thomas Fuchs: "Zellweger, Conrad", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 05.02.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/015142/2014-02-05/, konsultiert am 09.12.2022.