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Frédéric-César deLa Harpe

Porträt von Frédéric-César de La Harpe. Öl auf Leinwand von Marc-Louis Arlaud, 1838 (Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne; Fotografie Jean-Claude Ducret).
Porträt von Frédéric-César de La Harpe. Öl auf Leinwand von Marc-Louis Arlaud, 1838 (Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne; Fotografie Jean-Claude Ducret). […]

6.4.1754 Rolle, 30.3.1838 Lausanne, reformiert, von Rolle, Tartegnin und Lausanne. Sohn des Sigismond de La Harpe, Hauptmanns und Ratsherrn in Rolle, und der Sophie Dorothée Crinsoz von Colombier. Cousin des Amédée de La Harpe. 1791 in St. Petersburg Dorothée Catherine Boehtlingk, Tochter des Lewin Fabian Boehtlingk, eines reichen russischen Kaufmanns. Schwager von Henri Monod dem Jüngeren. Frédéric-César de La Harpe studierte am Seminar in Haldenstein (dem späteren Philanthropinum in Marschlins) und an der Universität Tübingen, an der er sich mit Henri Monod dem Älteren befreundete. 1774 promovierte er in Jurisprudenz. Er wirkte als Anwalt an der Welschen Appellationskammer und gehörte dem Rat der Zweihundert in Lausanne an. De La Harpe litt unter der Berner Herrschaft über das Waadtland und verliess 1782 die Schweiz. Er begleitete junge Russen auf ihrer Grand Tour und wurde in Neapel in die Freimaurerei aufgenommen. 1783-1795 war er Erzieher von Alexander und Konstantin, zwei Enkeln Katharinas II. von Russland, denen er sein republikanisches Gedankengut vermittelte. Nachdem er die 1791 im Waadtland abgehaltenen Revolutionsbankette gutgeheissen hatte, wurde er von Bern geächtet und liess sich 1795 in Genthod, auf Genfer Gebiet, und 1796 in Paris nieder. Nach dem Tod seines Cousins Amédée 1796 verlangte er von Bern die Rehabilitation des Generals und die Rückgabe von dessen Gütern. Während dieses Streits erhob de La Harpe die politische Forderung nach der Unabhängigkeit des Waadtlandes von Bern. 1796 und 1797 erschienen die beiden Teile seines Essai sur la constitution du Pays de Vaud. Am 9. Dezember 1797 übergab er dem französischen Direktorium eine Petition, worauf dieses das Waadtland am 28. Dezember unter französischen Schutz stellte und sich so der Franzoseneinfall ankündigte. De La Harpe trat für die Errichtung der Helvetischen Republik ein. Am 29. Juni 1798 wurde er ins Direktorium gewählt, doch mit dem Staatsstreich vom 7. Januar 1800 wurde er des Amts wieder enthoben. Vergeblich versuchte er Frankreich klar zu machen, dass die enormen Kriegskontributionen die Schweiz auf die Seite der Anhänger des Ancien Régime trieben. Abgesehen von einem Aufenthalt in St. Petersburg von August 1801 bis Mai 1802 bei seinem ehemaligen Schüler Zar Alexander I., lebte de La Harpe 1800-1814 zurückgezogen in der Nähe von Paris und widmete sich der Lektüre und dem Schreiben. Zwischen Januar und März 1814 intervenierte er beim Zaren, um die Unabhängigkeit des Kantons Waadt zu sichern, danach vertrat er mehrere Kantone am Wiener Kongress. 1816 zog er nach Lausanne. Als liberaler Grossrat (1817-1828) und Mitarbeiter des Nouvelliste vaudois setzte er seinen Kampf für die Religionsfreiheit (Réveil) und die individuellen Rechte fort.

Quellen und Literatur

  • Biaudet, Jean Charles; Nicod, Françoise (Hg.): Correspondance de Frédéric-César de La Harpe et Alexandre Ier. Suivie de la correspondance de Frédéric-César de La Harpe avec les membres de la famille impériale de Russie, 3 Bde., 1978-1980.
  • Biaudet, Jean Charles; Jequier, Marie-Claude (Hg.): Correspondance de Frédéric-César de La Harpe sous la République helvétique, 4 Bde., 1982-2004.
  • Jequier, Marie-Claude: «Frédéric-César de La Harpe. Une vie au service de la liberté», in: Revue historique vaudoise, 1999, S. 5-27.
  • Rochat, Antoine: «Frédéric-César de La Harpe (1754-1838)», in: Chuard, Corinne (Hg.): Vaud sous l'Acte de Médiation, 1803-1813. La naissance d'un canton confédéré, 2002, S. 47-51.
Von der Redaktion ergänzt
  • Meuwly, Olivier (Hg.): Frédéric-César de La Harpe. 1754-1838, 2011.
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 6.4.1754 ✝︎ 30.3.1838

Zitiervorschlag

Rochat, Antoine: "La Harpe, Frédéric-César de", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.08.2020, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/015222/2020-08-27/, konsultiert am 25.11.2020.