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Muntfallun, Suot und Sur

Suot (rätorom. unterhalb) M. und Sur (rätorom. oberhalb) M. bezeichnet zwei Rechtsbezirke für die Kriminalgerichtsbarkeit im Unterengadin. Sie werden durch das Grenzbächlein Muntfallun am östl. Dorfrand von Ftan getrennt. Im SpätMA war die vom Gericht Naudersberg in der Grafschaft Tirol aus geleitete Unterengadiner Kriminalgerichtsbarkeit noch ungeteilt bei Österreich. Im Statutvertrag 1519 wurde diese zwischen dem Bf. von Chur und den Gemeinden einerseits und Österreich andererseits aufgeteilt. Zu Sur M. gehörten Zernez, Susch, Lavin, Guarda, Ardez und Ftan. Die Richtstätte, genannt Güstizia, lag zwischen Zernez und Susch. Zu Suot M. zählten Scuol, Sent, Ramosch, Tschlin und Samnaun. Deren Richtstätte Chünettas befand sich unterhalb von Sent. 1652 kauften sich die Gemeinden in Sur M. für 14'000 Gulden, jene in Suot M. für 12'600 Gulden von den letzten österr. Hoheitsrechten los. Die kriminalgerichtl. Einteilung blieb bis 1851 bestehen.

Quellen und Literatur

  • SSRQ GR I/2
  • P.E. Grimm et al., Libertà Engiadina Bassa: 350 Jahre Loskauf von Österreich, 2002
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