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Vermunt

Sammelbegriff für die österreichische hochalpine Landschaft im Einzugsbereich der Bielerhöhe (2036 m) an der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol. Grossvermunt, Ochsental, Klostertal, Tschifernella und Kromertal liegen im Montafon, Kleinvermunt und das Bieltal im Paznaun. Seit dem 20. Jh. ist ein Teil des Alpgebietes durch Speicherseen der Vorarlberger Illwerke unter Wasser gesetzt. Die meisten Alpen des V. wurden ab dem 15. Jh. von Engadiner Bauern der jenseits des Gebirgskammes gelegenen Gem. Ardez und Guarda genutzt. Mit ihrem Vieh zogen sie im Frühjahr und Herbst über den Vermuntgletscher und die Fuorcla V. (2798 m) ins Ochsental oder machten den Umweg über den Pass Futschöl (2768 m) ins Jamtal nach Galtür und dann talaufwärts nach V. Eine weitere Verbindung existierte von Klosters über den Klosterpass (2751 m) ins Klostertal. Als die Reformation im Engadin Einzug hielt, verblieben die Paznauner beim alten Glauben, was zu teilweiser Entfremdung führte. Das period. Vordringen der Gletscher erschwerte den Viehtrieb. Gegen Ende des 19. Jh. belastete der österr. Fiskus die Engadiner mit Steuern. 1863 verkaufte Guarda seinen dortigen Alpbesitz an Ardez. Im Jahre 1900 veräusserte Ardez Gross- und Kleinvermunt für 64'000 Fr. an die Gem. Galtür. Heute schafft nur noch der Alpinismus gegenseitige Kontakte.

Quellen und Literatur

  • J.B. Catani, «Bemerkungen über eine Bergreise», in Alter Sammler, 1781, 33-63
  • T. Schmid, Das Tal Paznaun, 1976
  • Bündner Ztg., 19.9.1981
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