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MatteoOrelli

1250 erstmals erw., vor dem 25.1.1282 . Sohn des Enrico (->). Vetter des Simone (->). O. war ein Parteigänger der Gibellinen und ab ca. 1250 Kastvogt und Rektor des Bleniotals. Zehn Jahre zuvor hatte sein Vater das Rektorat an die Rektoren aus Como abtreten müssen. Er besass diese Ämter bis Ende der 1260er Jahre, als ihm sein Lehen abgenommen wurde. Mit Hilfe der Talleute holte er sich 1273 die Ämter des Kastvogts und Rektors zurück und verjagte die Statthalter der da Torre aus Como, welche die Ambrosian. Täler in Besitz genommen hatten. Bei dieser Gelegenheit wurde er auch vom Mailänder Ebf. im Exil, Ottone Visconti, sowie wahrscheinlich von den gibellin. Domherren als Podestà der Leventina mit Sitz in Biasca anerkannt, allerdings nur für die 1270er Jahre. Von Biasca aus kontrollierte er das Bleniotal, die Leventina und die Riviera mit den jeweiligen Pässen und erlangte dadurch eine starke Machtstellung. Seinen Wohnsitz auf der Burg Biasca hatten die Domherren bestimmt, denn O. sollte als Statthalter seines Vetters Simone das Amt des Vogt-Rektors, das dieser als Gefangener Comos nicht ausüben konnte, wieder besetzen. Mit Simone und seinem Bruder Guido beteiligte sich O. 1255 am Krieg der Bündner Adligen gegen den Bf. von Chur, Heinrich von Montfort, dessen Bruder Gf. Hugo und den mit ihnen verbündeten Abt von Disentis. Am 26.8.1255 wurde O. nach der Niederlage gegen die bischöfl. Truppen in Ems gefangen genommen, kam aber vermutlich gegen Bezahlung von Lösegeld bald wieder frei. Nach Jahren der Fehden und Scharmützel zwischen dem Bleniotal und Disentis gehörte er 1261 zu den Mitunterzeichnern des Friedens- und Neutralitätsvertrags im Disentiser Hospiz St. Gall zwischen den O. und dem Abt und der Talgemeinde Disentis.

Quellen und Literatur

  • Meyer, Blenio, 133 f., 211-218
  • K. Meyer, Die Capitanei von Locarno im MA, 1916, 174-177, 186 f., 354
  • H. Schulthess, Die von O. von Locarno und Zürich, 1941, 19-24
Kurzinformationen
Lebensdaten Ersterwähnung 1250 ✝︎ vor dem 25.1.1282