de fr it

Andreas vonBeroldingen

um 1440, 10.3.1510, Landmann von Uri, in Altdorf (UR). Sohn des Niklaus, Landvogts, und der Margaretha von Mentlen. 1) Elisabeth Fries, Tochter des Johannes Fries, 2) Barbara Zurenseller, von Schattdorf. Der nach eigener Aussage des Schreibens unkundige Andreas von Beroldingen besass Güter in Altdorf, Schattdorf und Erstfeld sowie die umfangreiche Stammliegenschaft der Familie in Seelisberg. Viele Kirchen des Landes wurden von ihm mit Stiftungen gefördert. Er war der Führer der Urner in den Burgunderkriegen und tat sich 1477 vor der Berner Obrigkeit als Sprecher des Saubannerzugs hervor, bevor ihn die Urner gleichen Jahres zum Landammann wählten. Dieses Amt bekleidete er 1477-1479, 1487-1490, 1496-1499 und 1505-1507. Er vertrat Uri 1478-1508 an den Tagsatzungen. Sein Hauptinteresse galt der ennetbirgischen Politik, der er sein ganzes öffentliches Wirken unterordnete. Uri verdankt ihm den endgültigen Erwerb der Landvogtei Leventina, wo er nach seiner ersten Landammannszeit als Landvogt waltete (1481-1483). Aufgrund seines Einsatzes auf Tagsatzungen und durch militärische Auszüge konnte bis 1500 für die Urschweizer Stände ferner die Herrschaft über Blenio, Riviera und Bellinzona gewonnen werden. 1509 ergriff Andreas von Beroldingen Partei für Matthäus Schiner und machte sich um das Zustandekommen des Bündnisses zwischen Papst Julius II. und der Eidgenossenschaft verdient. Zum Dank liess ihm der Papst 1510 ein persönliches Belobigungsschreiben zukommen und verlieh ihm vermutlich auch den St. Silvesterorden.

Quellen und Literatur

  • E. Bizozzero, Andreas von Beroldingen, 1935
Weblinks

Zitiervorschlag

Urs Kälin: "Beroldingen, Andreas von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.09.2002. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/015488/2002-09-04/, konsultiert am 14.07.2024.