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JohannesZumbrunnen

1588, katholisch, Landmann von Uri. Sohn des Mansuetus (->). Bruder des Walter (->). Anna Schuler, Tochter des Johann. Gutsbesitzer in Altdorf (UR). 1550-1551 Landschreiber von Lugano, Urner Landrat, 1558-1587 Tagsatzungsgesandter, 1564-1566 Landvogt im Thurgau, 1568-1572 Landessäckelmeister, 1577-1579 Landesstatthalter, 1579-1581 Landammann. Unter den vielen eidgenössischen Schiedsgerichtsaufträgen und bedeutenden Missionen, zum Beispiel 1582 zum französischen und 1588 zum spanischen König, war die Gesandtschaft nach Rom während der Endphase des Konzils von Trient 1562-1563 die wichtigste. Johannes Zumbrunnen vertrat in diesen Jahren die sieben katholischen Orte beim Papst. Zugleich warb er für ein Defensivbündnis mit dem Papst, welches 1565 trotz französischer Vorbehalte zustande kam. Von da an setzte sich Zumbrunnen stets für die katholische Reform ein und gewann dabei unter anderem die Wertschätzung Karl Borromäus, des Nuntius Giovanni Antonio Volpe und Melchior Lussis. Er wurde seiner kirchlichen Gesinnung wegen von Urner Reformgegnern stark angefochten, weshalb er sich 1572 für einige Jahre aus dem öffentlichen Leben zurückzog. Zumbrunnen war neben Melchior Lussi eine wichtige Stütze der katholischen Reform in der Innerschweiz. 1563 Ritter zum Goldenen Sporn, 1567 St.-Michael-Orden der französischen Krone.

Quellen und Literatur

  • StAUR, Slg. F. Gisler
  • G. Muheim, «Die Tagsatzungsgesandten von Uri», in HNU 16, 1910, 1-199, v.a. 135-140
  • K. Fry, «Nunzius Giovanni Antonio Volpe und sein Verhältnis zum Lande Uri», in HNU 35, 1929, 33-67
  • F. Gisler, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, 1937
  • L. Haas, «Die span. Jahrgelder von 1588 und die polit. Fraktionen der Innerschweiz z.Z. Ludwig Pfyffers», in ZSK 45, 1951, 81-108, 161- 189, v.a. 106
Weblinks

Zitiervorschlag

Hans Stadler: "Zumbrunnen, Johannes", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.02.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/015529/2014-02-14/, konsultiert am 28.01.2023.