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Louis deMarval

20.2.1745 Neuenburg, 13.7.1803 Neuenburg, ref., von Neuenburg, ab 1787 von Valangin. Sohn des Samuel (->). Marianne Sandoz, Tochter des François, Herrn von Rosières und Staatsrats. 1765 Neuenburger Grossrat, 1769 Kleinrat, 1773 Kastlan von Le Landeron, 1775-1803 Staatsrat, 1788 Domherr von Magdeburg, 1792-95 bevollmächtigter Minister Preussens bei den eidg. Orten, 1798 Kammerherr des preuss. Königs. Als vehementer Revolutionsgegner stand M. der 1790 vom Staatsrat eingesetzten Kommission für öffentl. Sicherheit vor, welche die Pläne des Club helvétique im Fürstentum bekämpfte. Sein grösstes Anliegen war die Verstärkung der Bindungen zwischen Neuenburg und der Eidgenossenschaft. Unterstützt von seinem Freund Karl Müller-Friedberg setzte sich M. intensiv für eine Annäherung Neuenburgs an die Schweiz ein. Der Ausbruch des Konflikts zwischen Frankreich und Preussen Ende April 1792 brachte Neuenburg, das im Besitz des preuss. Königs und gleichzeitig ein Verbündeter der Schweiz war, in eine krit. Situation. Befürchtet wurde eine Invasion der franz. Truppen, wie kurz zuvor im Norden des zum Reich gehörenden Fürstbistums Basel. An der Tagsatzung in Frauenfeld im Mai 1792 erreichte M. in seiner Eigenschaft als preuss. Minister bei der Eidgenossenschaft den Einschluss Neuenburgs in die helvet. Neutralität. Damit war ein erster Schritt zum Eintritt Neuenburgs in die Eidgenossenschaft getan. Die Integration verzögerte sich jedoch wegen des Untergangs der Eidgenossenschaft 1798 und der Übergabe des Fürstentums an Louis-Alexandre Berthier bis 1814.

Quellen und Literatur

  • AEN, FamA
  • Quellet-Soguel, Notices, AEN
  • M. Godet, «Lettres de l'avoyer Nicolas-Frédéric de Steiger à Louis M., 1777 à 1798», in MN, 1915, 97-124
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