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JeanMerveilleux

1489, vor dem 20.1.1560, von Neuenburg und ab 1554 von Bern. Sohn des Guillaume, Bannerherrn von Neuenburg, und der Jaquette d'Audanger. 1) Ursula Falck, Tochter des Peter Falck, 2) Elisabeth de Praroman, 3) Ursula von Wyttenbach, Tochter des Niklaus Wyttenbach. 1517 wurde M. Kastlan von Thielle und 1531 in diesem Amt bestätigt. Spätestens 1530 amtierte er als Neuenburger Staatsrat. 1529 nahm er an den Verhandlungen über die Restitution der Grafschaft Neuenburg an Johanna von Hochberg teil und setzte dabei seinen Einfluss bei den Freiburger und Berner Patrizierfamilien Falck und Praroman ein, mit denen er verwandt war. Zum Dank wurde er noch im selben Jahr geadelt und erhielt Ländereien bei Coffrane. M. war auch Richter am Gericht der Drei Stände. 1544 unterzeichnete er die Erneuerung des Burgrechtsvertrags Neuenburgs mit Freiburg, Solothurn und Bern und war 1549 Tagsatzungsgesandter. Daneben durchlief er ab 1522 während mehr als dreissig Jahren eine Karriere im Dienst der franz. Diplomatie. Er war zunächst Gesandter in Bern, Solothurn, Freiburg, Genf und Baden. Zwischen 1543 und 1552 wirkte er bei Abwesenheit des Botschafters siebenmal als königl. Geschäftsträger in Solothurn. Zudem war er Sachwalter des Königs bei den Pensionsverhandlungen in Solothurn und begleitete 1548 die Schweizer Abgeordneten und Paten von Claudia von Valois, der Tochter von Kg. Heinrich II., nach Paris. 1548 und 1549 spielte M. eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen zur Erneuerung des Bündnisses mit Frankreich, da es ihm gelang, die Kantone der Zentral- und Ostschweiz zur Zustimmung zu bewegen. Für die Erneuerungszeremonie begab er sich an den Hof und wurde wahrscheinlich bei dieser Gelegenheit von Heinrich II. mit dem Titel eines Sekretärs und Dolmetschers geehrt.

Quellen und Literatur

  • AEN, biogr. Dossier
  • Quellet-Soguel, Notices, AEN
  • E. Rott, «Les M., secrétaires-interprètes de l'ambassade de France en Suisse aux XVIe siècles et XVIIIe siècles», in MN, 1898, 231-236
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