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PaulGuggenheim

15.9.1899 Zürich, 31.8.1977 Genf., isr., von Lengnau (AG) und Zürich. Sohn des Hermann (->). 1931 Hélène Sachs, Tochter des Elie. Rechtsstud. in Genf, Rom und Berlin, 1924 Doktorat in Berlin. Nach einem Aufenthalt als Sektionsleiter am Institut für internat. Recht an der Univ. Kiel liess sich G. in Genf nieder, wo er seine akadem. Karriere vorantrieb. 1928 wirkte er als Privatdozent, 1930 als Lehrbeauftragter am Institut universitaire de hautes études internationales, 1941-69 als Professor. 1955-65 war er zugleich Inhaber des Lehrstuhls für Internat. öffentliches Recht an der Univ. Genf. Neben seiner Lehrtätigkeit (G. gab auch Vorlesungen an der Akad. für Internat. Recht in Den Haag) nahm er in zahlreichen Kommissionen, Delegationen und Gelehrten Gesellschaften (Institut für Internat. Recht) Einsitz und war an internat. Gerichten tätig (v.a. am Internat. Gerichtshof in Den Haag). In seinen Arbeiten beschäftigte er sich vertieft mit Aspekten des positiven Rechts. Er interessierte sich für internat. Organisation und Integration, für friedl. Konfliktlösungen, für internat. Verfahren, für die Position der Schweiz und das Neutralitätsrecht im 20. Jh., für den Schutz von Minderheiten und für die Menschenrechte sowie die Situation der jüd. Glaubensgemeinschaft. Seine bevorzugten Themen waren eher theoret. Natur und betrafen die Grundlagen und Quellen des internat. Rechts, dessen Beziehungen zu nationalen Rechtsordnungen und v.a. die Geschichte des Personenrechts. G.s "Traité de droit international public" (1953-54; 1967 überarbeitete und erweiterte Neuauflage; dt. "Lehrbuch des Völkerrechts" 1947-51) wurde dank der geglückten Synthese von sorgfältigem Praxisbezug und theoretischen, vom Normativismus der Wiener Schule geprägten Reflexionen zu einem Klassiker.

Quellen und Literatur

  • Recueil d'études de droit international en hommage à Paul G., 1986, XVII-XXXI
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Lebensdaten ∗︎ 15.9.1899 ✝︎ 31.8.1977