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Friedrich vonWyss

Fotodruck von Camill Ruf, um 1905 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
Fotodruck von Camill Ruf, um 1905 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).

6.11.1818 Zürich, 29.11.1907 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des David (->) und der Johanna Sophia geb. von Mülinen. Halbbruder des Georg (->). 1843 Luise Meyer, Tochter des Heinrich, Oberamtmanns von Grüningen. Stud. der Rechte in Zürich (bei Johann Caspar Bluntschli), Berlin (bei Friedrich Karl von Savigny), Bonn und Heidelberg. 1847 Promotion in Zürich, 1845-49 PD, 1849-53 ao. Prof. für Zürcher Recht, 1862-71 o. Prof. für dt. und schweiz. Privatrecht (inkl. Zivilprozessrecht) und Rechtsgeschichte. 1842-44 Bezirksgerichtsschreiber, 1853-62 Oberrichter, 1853-70 Mitglied des Zürcher Gr. Rats bzw. Kantonsrats. Als einer der Mitgründer der Allg. Geschichtforschenden Gesellschaft 1841 und der "Zeitschrift für Schweiz. Recht" 1852 wandte sich W. neben der Zürcher vermehrt der Schweizer Rechtsgeschichte zu (v.a. der Privatrechtsgeschichte). Das trug ihm 1851 einen Ruf nach Basel ein, den er jedoch ablehnte. 1861 war er Mitgründer der Jurist. Gesellschaft der Schweiz (später Schweiz. Juristenverein), deren erste Versammlung er präsidierte. Als Mitglied der Gesetzesrevisionskommission, die den von Bluntschli ausgearbeiteten Entwurf zum privatrechtl. Gesetzbuch für den Kt. Zürich zu beraten hatte, trat W. für eine Fortführung des altzürcher. Rechts im 1854-56 in Kraft gesetzten privatrechtl. Gesetzbuch ein. Der traditionsbewusste Patrizier und gewissenhafte Wissenschafter, der auch eine Biografie seines Vaters und seines Grossvaters vorlegte, war einer der bedeutendsten Zürcher Rechtshistoriker. Mit Einzeluntersuchungen erschloss und verarbeitete er zürcher. Rechtsquellen und ergänzte und vertiefte damit Bluntschlis Arbeit.

Quellen und Literatur

  • L. von Wyss, «Erinnerungen aus dem Leben des sel. Prof. Dr. Friedrich von W.», in ZTb NF 35, 1912, 202-261; 36, 1913, 83-174
  • E.F.I. Müller-Büchi, «Friedrich von W. und das Zürcher Privatrechtl. Gesetzbuch», in ZSR NF 84 I, 1965, 325-360
  • F. Elsener, Die Schweizer Rechtsschulen vom 16. bis zum 19. Jh., 1975, 396-398
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