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NicolasFatio de Duillier

16.2.1664 Basel, 10.5.1753 Maddersfield bei Worcester (England), ref., ab 1678 Bürger von Genf. Sohn des Jean-Baptiste, Herrn von Duillier, und der Catherine geb. Barbauld. Bruder des Jean-Christophe (->). Ledig. Stud. der Mathematik und der Naturwissenschaften in Genf. Ab 1682 nahm F. in Paris an den Beobachtungen des Zodiakallichts bei Giovanni Domenico Cassini teil. Ab 1683 erstellte er mit seinem Bruder Jean-Christophe eine Karte der Landschaft um Genf. 1686 reiste er nach Holland und England. Er machte Bekanntschaft mit den Naturwissenschaftlern Jacob Bernoulli, Christiaan Huygens, Robert Boyle und John Wallis. Von 1687 an war er Hauslehrer in England, 1688 wurde er Mitglied der Royal Society. 1689 erfand F. die Lagerung der Zapfen in Edelsteinen. Als enger Vertrauter Newtons bezichtigte F. 1699 in seiner Abhandlung über die Kurve kürzesten Abstiegs Leibniz des Plagiats an Newton. Damit löste er den Prioritätsstreit über die Erfindung der Infinitesimalrechnung aus. F., der Verbindungen zu der Sekte der Cevenner Propheten (Kamisarden) hatte, wurde 1707 als deren Mitglied in London zum Pranger verurteilt. Er emigrierte nach Holland und begab sich dann auf eine Missionsreise nach Kleinasien. 1714 publizierte er zur Verteidigung der Kamisarden das Werk "Plan de la justice de Dieu sur la Terre dans ces derniers jours". Nach seiner Rückkehr nach England lebte er zurückgezogen. Beachtung fand sein Buch "Fruit-Walls Improved" (1699), in dem er die optimale Ausnutzung der Sonnenstrahlung in Obstgärten bestimmte. F.s originellstes wissenschaftl. Werk ist sein 1690 vorgetragener, aber erst 1929 gedruckter "Traité de la cause de la pesanteur", in dem er eine mechan. Erklärung der Gravitation mittels Ätherstössen versuchte.

Quellen und Literatur

  • BPUG, Nachlass
  • BPUG, Nachlass
  • C.A. Domson, Nicolas Fatio de Duillier and the Prophets of London, 1972
  • H. Zehe, Die Gravitationstheorie des Nicolas Fatio, 1980 , (mit Bibl.)
  • Les savants genevois dans l'Europe intellectuelle du XVIIe au milieu du XIXe siècle, hg. von J. Trembley, 1988, 115-117, 400
  • Der Briefwechsel von Jacob Bernoulli, bearb. von A. Weil, 1993, 29-37, 161-200
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