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Bischofstein

Burgruine im Kanton Basel-Landschaft, an der Grenze zwischen Sissach und Böckten auf der Krete des Chienberg gelegen. Seit 1891 wurden bei wiederholten Ausgrabungen zahlreiche prähistorische Gegenstände aus dem Neolithikum und der Hallstattzeit, eine befestigte Siedlung aus der späten Bronzezeit und zwei mittelalterliche Burgen freigelegt: die Ruine von Itkon (Hintere Bischofstein) aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und die Burg Bischofstein, wobei für Letztere wahrscheinlich Steine der ersten Befestigung verbaut wurden. Bei den Grabungen 1937-1938 wurden eine Ringmauer mit zwei Toren, ein massiver, runder Bergfried im Zentrum, ein rechteckiger Palas an der Westseite, Stall- und Saalgebäude im Südteil sowie zwei Zisternen freigelegt. Gegründet wurde die Burg um 1250 von den Herren von Eptingen, die sie nach dem geistlichen Landesherrn benannten. Urkundlich ist die Lehensherrschaft des Basler Bischofs ab dem frühen 14. Jahrhundert belegt. Die Burg wurde im Erdbeben von 1356 zerstört. Burgherren waren Angehörige des Hauses Eptingen, die sich nach dem Bischofstein nannten. Sie bildete den Mittelpunkt eines Twing- und Bannbezirks, der die Rodungszonen im Raum des Chienbergs umfasste. Im 15. Jahrhundert wurden die Bischofsteiner Güter mehrfach weiterverkauft und schliesslich unter den umliegenden Gemeinden aufgeteilt. Die herrschaftlichen Rechte gingen 1570 an die Stadt Basel über.

Quellen und Literatur

  • Müller, Felix; Meyer, Werner: Der Bischofstein bei Sissach, Kanton Baselland. Die hochmittelalterlichen Funde, 1980 (Basler Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte, 4).
Von der Redaktion ergänzt
  • Heyer, Hans-Rudolf: Der Bezirk Sissach, 1986, S. 19-23 (Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, 3).
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Zitiervorschlag

Dorothea A. Christ: "Bischofstein", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.12.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016130/2021-12-02/, konsultiert am 03.07.2022.