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RobertPinget

19.7.1919 Genf, 25.8.1997 Tours. Sohn des Emile, Geschäftsmanns, und der Blanche geb. Montant. Ledig. Dem Rechtsstudium in Genf folgten 1942-45 kurze Anstellungen als Anwalt. Ab 1945 widmete sich P. in Paris der Malerei, ab 1950 der Literatur. Er veröffentlichte seine ersten Romane "Entre Fantoine et Agapa" (1951), "Mahu ou le matériau" (1952) und "Le renard et la boussole" (1953). Ab 1956 arbeitete er eng mit dem Verlag Les Editions de Minuit zusammen, der die bereits erschienenen Texte neu herausgab und alle weiteren Werke betreute. P.s Freundschaft mit Samuel Beckett, seine Nähe zu den Autoren des Nouveau roman (1959) sowie die Begegnungen mit Roland Barthes, Michel Foucault, Jean Genet und Georges Perros prägten sein aussergewöhnl. Œuvre. Seine Romane, Theaterstücke und Hörspiele erschienen in regelmässigen Abständen, so 1958 "Baga", 1959 "Le fiston", 1960 "La manivelle", 1961 "Clope au dossier" und "L'hypothèse". P. achtete besonders auf die Regeln der gesprochenen Sprache und mehr auf das Hör-, als das Sichtbare. Seine Texte befassen sich mit alltägl. Fragen, deren Gesprächscharakter er herausarbeitete. Trotz Literaturpreisen wie dem Kritikerpreis 1962 für "L'inquisitoire" oder dem Prix Fémina 1965 für "Quelqu'un" blieb sein Erfolg vorerst bescheiden. Sein Werk erreichte erst ab den 1980er Jahren ein breiteres Publikum.

Ab 1960 reiste P. vermehrt ins Ausland (Vereinigte Staaten, Mexiko, Finnland, Grossbritannien, Italien, Korea, Japan), wo sein Werk auf regeres Interesse stiess als zuvor in Frankreich und in der Schweiz. 1964 liess er sich in der Touraine nieder und lebte abwechselnd in Paris und auf dem Land. Zahlreiche Veröffentlichungen folgten in kurzer Zeit, u.a. 1968 "Le Libera", 1975 "L'apocryphe", 1982 "Monsieur Songe", 1987 "L'ennemi", 1990 "Du nerf" und 1991 "Théo ou le temps neuf". Ab 1971 wurden seine Theaterstücke auf den grossen Bühnen gespielt. Kolloquien und Lesungen befassten sich mit seinem Werk, das mit Literaturpreisen und anderen Auszeichnungen gewürdigt wurde.

Quellen und Literatur

  • Robert P. à la lettre: entretiens avec Madeleine Renouard, 1993
  • Francillon, Littérature 3, 457-468
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Lebensdaten ∗︎ 19.7.1919 ✝︎ 25.8.1997