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Namibia

Situationskarte Namibia © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.
Situationskarte Namibia © 2007 HLS und Kohli Kartografie, Bern.

Die ehem. Kolonie Deutsch-Südwestafrika wurde 1920 ein Mandatsgebiet Südafrikas. Die Zahl der in N. lebenden Schweizer betrug 1930 rund 30 Personen, überstieg 1966 die Hundertergrenze und belief sich 2005 auf 290 meist in Windhoek niedergelassene Personen. Dort befindet sich auch die ehem. South West African Portland Cement Co., ein bedeutendes, mit der Firma Holderbank (seit 2001 Holcim) verbundenes multinationales Schweizer Unternehmen. Die Kritik an den wirtschaftl. Verbindungen zwischen Südafrika und der Schweiz schloss diejenigen mit N. mit ein. 1972 wurde Alfred Escher zum persönl. Vertreter des UNO-Generalsekretärs in N. ernannt. Nach nur vier Wochen verzichtete er jedoch wegen der Kritik einiger afrikan. Staaten auf sein Mandat. Getreu ihrer Tradition der Guten Dienste und im Bestreben, eine friedl. Regelung der Konflikte im südl. Afrika herbeizuführen, lud die Schweiz 1988 nach Genf zu Verhandlungen über Angola und N. ein und unterstützte danach den Friedensplan der UNO mit aussergewöhnl. Mitteln: Ein Kredit von 50 Mio. Fr. ermöglichte der Schweiz 1989 die Entsendung einer medizin. Einheit von 155 Personen sowie von 31 Wahlbeobachtern nach N. Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit N.s durch den Bundesrat am 21.3.1990 wurde das 1989 in Windhoek eröffnete Koordinationsbüro zum Generalkonsulat umgewandelt. Seit der staatl. Eigenständigkeit N.s lässt sich die Bedeutung des Handels zwischen den beiden Ländern erfassen: Die Schweiz gehört zu den wichtigsten Handelspartnern N.s (2008 Export 1,4 Mio. Fr., Import 3,8 Mio. Fr.), während N. für die Schweiz der zweitwichtigste Lieferant von Diamanten ist.

Quellen und Literatur

  • Basler Afrika Bibl. (N. Resource Centre)
  • EDA, Dok.
  • S. Möckli, Der Einsatz der schweiz. Wahlbeobachter in N., 1990
  • G. Kreis, Die Schweiz und Südafrika, 1948-1994, 2005