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JohannFrischherz

13.4.1587 Bern, 5.3.1640 Bern, ref., von Bern. Sohn des Johann, Landvogts. 1) 1612 Elisabeth Dittlinger, 2) 1615 Dorothea Zeender, beide aus Berner Ratsfamilien. F. stammte aus einer kleinen Ratsfamilie, wurde 1608 Notar und machte Karriere in Verwaltungsämtern (1613-20 Schreiberstellen, 1620-26 Schultheiss von Thun, 1630-35 Obervogt der Insel) und in polit. Ämtern (1614 Grossrat, 1628 Kleinrat, 1629 Venner, 1633 Mitglied des geheimen Kriegsrats, 1636 Deutschseckelmeister). Er wirkte als Tagsatzungsgesandter und war Oberst des oberländ. Regiments. Nach ersten nachsichtig beurteilten Verfehlungen im Thuner Schultheissenamt wurden 1639 bei der Rechnungsprüfung seiner Amtsführung als Seckelmeister Fehlbeträge festgestellt. F. wies jede Schuld von sich. Als ihn der Gr. Rat vor Gericht lud, floh er nach Biel, dann nach Basel und ging die ref. Städte um Vermittlung an. Auf der Reise nach Zürich wurde er in Rheinfelden verhaftet und an Bern ausgeliefert, wo er mit Anklagen wegen Veruntreuung und, schwerwiegender, wegen einer Schmähschrift gegen die Regierung konfrontiert wurde. Auf das Todesurteil des Gr. Rats hin wurde F. gleichentags enthauptet. Der ihm angelastete Schaden von 71'100 Pfund wurde aus seinem beträchtl. Vermögen gedeckt. In der Folge verbesserte der Rat durch eine Verwaltungsreform (1643-45) die Kontrolle über den Staatshaushalt.

Quellen und Literatur

  • B.R. Fetscherin, Der Prozess des am 5. März 1640 vor dem Rathhause in Bern enthaupteten Teutsch/Seckelmeisters Johannes F., 1849
  • Feller, Bern 2, 580-584
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