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Conradin vonMarmels

1448, 1518, von Marmorera und Chur. Sohn des Ritters Hans und der Ursula (Nachname unbekannt). 1) Anna von Villenbach geb. von Ems, 2) Barbara von Sax. M. stammte aus dem einheim. Ministerialadel. 1484 hatte er das bischöfl. Lehen des Bergwerk- und Jagdregals im Oberhalbstein inne. 1491 war er Erbmarschall des Bf. von Chur sowie der Klöster Pfäfers, Disentis und Marienberg und zudem Viztum der bischöfl. Güter zu St. Peter auf dem Septimer. M. besass die Einkünfte und Rechte der Burg und Herrschaft Marmels (Marmorera), eines Hofs zu Alvaschein und des Kapitelhauses in Chur. Ab 1483 nahm er als Pfandinhaber der Herrschaft Rhäzüns eine wichtige Stellung ein. Als einer der Bündner Hauptleute bei der Eroberung des Veltlins 1486 gehörte er zu den Sieglern des Waffenstillstands mit Mailand. Politisch lavierte M. zwischen Mailand und Österreich und bezog von beiden Seiten Pensionen. Als die Herrschaft Rhäzüns 1497 durch Tausch an Kg. Maximilian gelangte, passte sich M. stärker den kaiserl. Interessen an. So widersetzte er sich 1497-98 den Bündnissen des Grauen und des Gotteshausbundes mit den Eidgenossen. Dennoch war M., der wegen seines Holzbeins Stelzfuss genannt wurde, 1499 der Hauptanführer der 8'000 in den Schwabenkrieg ziehenden Bündner. Gegen den Willen des Kriegsrats führten M. und der Bf. von Chur Waffenstillstandsverhandlungen, welche die Kapitulation der Gotteshausleute vor Österreich bedeutet hätten. Die Bündner witterten Verrat, M. wurde vorübergehend inhaftiert. Seine polit. und militär. Führungsrolle war ausgespielt. In der Schlacht an der Calven 1499 rückten andere Hauptleute, etwa Benedikt Fontana und Hans Capol sowie Conradins Söhne Rudolf und Hans, in die leitenden Positionen nach. Als Vermittler in Schiedsgerichten und Verwalter der Herrschaft Rhäzüns gelangte M. später wieder zu Ansehen.

Quellen und Literatur

  • A. von Castelmur, Conradin v. M. und seine Zeit, 1922
  • G. Simmen, Wappen zur Bündner Gesch., 2004, 154-156
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Lebensdaten ∗︎ 1448 ✝︎ 1518