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Johann Baptist JosephGobel

30.8.1727 Thann (Elsass), 13.4.1794 Paris, kath., aus Thann. Sohn des François-Antoine-Joseph, Anwalts im Conseil souverain d'Alsace, und der Marie-Thérèse Haus. Grossneffe des Johann Christoph Haus und des Johann Baptist Haus. Schulbildung in Pruntrut, Colmar und Rom. Mit 14 Jahren wurde G. Chorherr von Moutier-Grandval, 1747 Dr. der Theologie. 1750 erhielt er die Priesterweihe. 1755 war er Offizial des Bf. von Basel, Domherr und ab 1763 Generalvikar. 1772 wurde er von Bf. Simon Nikolaus von Montjoye-Hirsingen zum Weihbischof ernannt und erhielt den Titel eines Bf. von Lydda. Unter Bf. Friedrich Ludwig Franz von Wangen-Geroldseck erzielte G. bedeutende diplomat. Erfolge: Dank dem Tausch von Pfarreien mit dem Erzbistum Besançon gelangte die Ajoie unter die geistl. Herrschaft des Basler Fürstbischofs. Ausserdem wurde der Bündnisvertrag mit Frankreich erneuert. Nach der Wahl von Bf. Franz Joseph Sigismund von Roggenbach verlor G. seinen Einfluss. Schulden führten dazu, dass er für die Schaffung eines von Basel unabhängigen Bistums Oberelsass intrigierte.

Radierung aus einer Porträtserie der Abgeordneten der Assemblée nationale, veröffentlicht in Paris 1791. Zeichnung und Stich von Labadye und Courbe (Musée jurassien d'art et d'histoire, Delsberg; Fotografie Pierre Montavon).
Radierung aus einer Porträtserie der Abgeordneten der Assemblée nationale, veröffentlicht in Paris 1791. Zeichnung und Stich von Labadye und Courbe (Musée jurassien d'art et d'histoire, Delsberg; Fotografie Pierre Montavon). […]

G.s Einsatz für die Revolution bleibt unter den Historikern umstritten. Als Abgeordneter des Klerus der Distrikte Belfort und Hüningen fungierte er an den Generalständen als Vermittler zwischen seinem und dem drittem Stand. Nachdem er den Bürgereid geleistet hatte, wurde er 1791 gleichzeitig zum konstitutionellen Bf. von Colmar, Langres und Agen ernannt, entschied sich aber für das Erzbistum Paris. Er trat den Jakobinern bei, zu deren Vizepräsidenten er im März 1792 aufstieg. 1792 und 1793 beteiligte er sich an der Besetzung des Nordens des Fürstbistums Basel durch franz. Truppen, an der Errichtung der Raurach. Republik und an deren Angliederung an Frankreich. Am 7.11.1793 legte G. seine Bischofsinsignien an der Tribüne des Nationalkonvents nieder, und zwar auf Druck der atheist. Hebertisten. Zusammen mit diesen wurde er später wegen Verschwörung gegen die Republik guillotiniert.

Quellen und Literatur

  • HS I/1, 233 f., 263
  • C. Bosshart-Pfluger, Das Basler Domkapitel von seiner Übersiedlung nach Arlesheim bis zur Säkularisation (1678-1803), 1983, 199-203
  • Nouveau dictionnaire de biographie alsacienne 13, 1988, 1208-1210, (mit Bibl.)
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