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Trinkelstierkrieg

Die Erneuerung des Hilfs- und Soldbündnisses mit Frankreich 1549 stiess im Wallis, insbesondere in den Zenden Leuk und Siders, auf Widerstand. Die Untertanen betrachteten das Durchgangsrecht für französische Truppen als Verrat am Land und die Behandlung der Walliser Söldner als ungerecht. Sie wehrten sich gegen die Verteuerung des französischen Salzes und dagegen, dass die Pensionen aus Frankreich entweder ausblieben oder allein der Regierung zugute kamen. Am 6. Januar 1550 brach in Leuk die als Trinkelstierkrieg bezeichnete Revolte aus. Angeblich 6000-7000 gegen die weltliche und kirchliche Obrigkeit drohende Aufständische, bewehrte matzenlüt (Mazze) mit trinkeln (Kuhglocken), zogen talaufwärts bis in die Vispertäler und dann nach Sitten. Der Aufstand nahm ein unblutiges Ende. 76 Personen wurden verurteilt. Die Drahtzieher, die sich auch für reformatorische Anliegen eingesetzt hatten, blieben weitgehend verschont. Die Kastlanei Gesteln wurde kollektiv bestraft (Niedergesteln, Steg, Benken, Lötschen, Eischoll als ewige Untertanen der fünf oberen Zenden, Ausschluss von Pensionen und Landrat) und deren Unabhängigkeitsbestrebungen unterdrückt. In der Lokal- und Schweizergeschichte wird der Trinkelstierkrieg oft "Krieg in Lötschentaler Masken" bzw. "Guerre des masques de taureaux" genannt. Für das Tragen von Masken gibt es aber keine Quellenbelege.

Quellen und Literatur

  • D. Imesch, «Der Trinkelstierkrieg», in BWG 1, 1892, 312-353
  • H.G. Wackernagel, «Der Trinkelstierkrieg vom Jahre 1550», in SAVk 35, 1936, 1-22
Weblinks

Zitiervorschlag

Werner Bellwald: "Trinkelstierkrieg", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.01.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017179/2014-01-07/, konsultiert am 25.04.2024.