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Mammelus

Übername (in Anlehnung an die Mamelucken) für jene Genfer, die Hzg. Karl III. von Savoyen 1517-26 in seinem Bestreben unterstützten, die Herrschaft über die Stadt auszuüben. Die M. wurden auch "Ducaux" oder "Monseigneuristes" genannt und trugen als Merkmal die Stechpalme. Sie übernahmen 1520, kurz nach dem Tod von Philibert Berthelier, die Macht und konnten sich bis zu dem vom Herzog einberufenen sog. Hellebardenrat vom 10.12.1525 halten. Unter Androhung von Waffengewalt liess sich Karl III. als Oberherr von Genf anerkennen. Aber die Eidguenots, die nach Freiburg geflüchtet waren, schlossen am 8.2.1526 einen Burgrechtsvertrag mit Freiburg und Bern ab. Den M. gelang es nicht, den Vertrag zu annullieren und sie durften nicht mehr nach Genf zurückkehren. 49 M. wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt und ihre Güter konfisziert.

Quellen und Literatur

  • J.-A. Gautier, Histoire de Genève des origines à 1691, Bd. 2, 1896, 87-221
  • F. Bonivard, Chroniques de Genève 2, hg. von M. Tripet, 2004, 136 f.