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UrsBuch

1637 Solothurn, 1699 Solothurn, kath., von Solothurn. Sohn des Urs, Apothekers, und der Margareta Gibelin. 1656 Maria Jakobea Sury, Tochter des spätern Schultheissen Peter. 1658 Grossrat, 1680 Jungrat, 1689 Gemeinmann. 1686-88 Vogt zu Flumenthal, 1696-98 zu Kriegstetten. 1695 Gesandter nach Wien betreffend Erwerb des Fricktals durch Solothurn. Polit. Sprecher seines Schwagers Johann Viktor Besenval (1638-1713) in den Räten. B.s Hauptinteresse galt der Wirtschaft. 1664 nahm ihn Besenval als Teilhaber und bald als Geschäftsführer seiner über das solothurn. Salzmonopol verfügenden Handelsgesellschaft auf; diese assoziierte sich um 1690 mit den Basler Kaufleuten Rudolf Burckhardt und Daniel Fatio. Ausser Solothurn belieferte die Gesellschaft das Fürstbistum Basel, Bern, Aargau und die Innerschweiz. 1668 erhielt B. ein Monopol für Eisenhandel und Goldgewinnung aus der Emme. Er errichtete mehrere Eisenschmelzen und Hammerschmieden, die wegen Holzproblemen alle nur kurzlebig waren. Erfolg hatte er mit Drahtziehmühlen in Oekingen und Olten, deren Produkte er zusammen mit Getreide, Holz, Schiesspulver, Kanonenkugeln und Spezereien v.a. auf den Messen von Zurzach, Genf und Lyon verkaufte. Pioniergeist zeigte B. mit kühnen Meliorationsplänen, 1672 für Ettingen und Therwil, 1680 für Dulliken und Däniken. Er war wahrscheinlich auch Gründer der "Post-Zeitung" (1695), der ersten kath. Wochenzeitung der Schweiz. B. war eine der farbigsten Persönlichkeiten der solothurn. Geschichte. Einen ebenbürtigen "Nachfolger" fand er erst im 19. Jh. mit Ludwig von Roll.

Quellen und Literatur

  • F. Schwab, Die industrielle Entwicklung des Kt. Solothurn, 1927
  • SolGesch. 2, 583-587
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Zitiervorschlag

Sigrist, Hans: "Buch, Urs", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.01.2003. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017534/2003-01-27/, konsultiert am 22.09.2021.