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FranzHaffner

18.11.1609 Solothurn, 26.3.1671 Solothurn, kath., von Solothurn. Sohn des Anton, Grossrats, und der Elisabeth Rütter. Grossneffe des Anton (->). 1634 Maria Magdalena Brunner, Tochter des Urs. H. studierte 1627-29 am Jesuitenkollegium in Dole, 1630 in Basel und weilte 1631 in Strassburg. 1634 leistete er in Solothurn den Bürgereid und wurde Notar, Ende 1635 Ratsschreiber, 1636-39 und 1661-71 Grossrat, 1639 Stadtschreiber und Mitglied des Geheimen Rats. Mehrfach vertrat er Solothurn an der Tagsatzung und war 1656 nach dem 1. Villmergerkrieg einer der vier eidg. Schiedsrichter für sekundäre Streitfragen. Für diese Vermittlertätigkeit wurde er von Papst Clemens VII. zum Ritter vom Goldenen Sporn ernannt. Schon 1654 war er apostol. Notar, 1655 Dr. phil. geworden. In vieljähriger Arbeit ordnete H. das Solothurner Staatsarchiv und verfasste Gutachten und Streitschriften für die Regierung, z.B. das 1661 publizierte "Trophaeum veritatis" gegen die Ansprüche des Klosters Beinwil in der Herrschaft Thierstein. Er förderte die Gründung des Jesuitenkollegiums in Solothurn 1646 und sorgte 1658 für dessen finanzielle Konsolidierung. Wegen Erblindung trat er 1660 als Stadtschreiber zurück, nahm jedoch wieder Einsitz im Gr. Rat (einer der sechs Räte der Zunft zu Zimmerleuten). 1666 publizierte H. "Der klein Solothurner Allgemeine Schaw-Platz", eine zweibändige Chronik, die Solothurn in den Mittelpunkt der Weltgeschichte stellt. Unterhaltend geschrieben, vermittelt sie auch allg. Wissen über Masse und Münzen, den menschl. Körper oder Metallvorkommen. H.s hist. Angaben über Solothurn gründen z.T. auf Urkundenkenntnis, die Vorgeschichte im ersten Band dagegen beruht auf Sagen und bibl. Erzählungen. Auffallend ist H.s konfessionelle Toleranz.

Quellen und Literatur

  • H. Kläy, «Die historiograph. Haltung Franz H.s», in JbSolG 27, 1954, 76-106
  • SolGesch. 2, 388 f.
  • Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 365-368
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