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PierreRebeur

28.5.1629 Turcey (Burgund), vor 1715 vielleicht in Berlin, prot., ab 1656 Bürger von Lausanne, 1694 in Neuenburg eingebürgert. Sohn des Pierre und der Huguette Boilot. 1656 Suzanne Carran, Tochter eines Lausanner Kaufmanns. Ab 1656 wirkte R. als Notar in Lausanne, als Sekr. an der Welschen Appellationskammer und als Verwalter in versch. Vogteien. Letzteres Amt führte er zuerst für Partikularherren, ab 1657 im Auftrag von Lausanne und ab 1669 von Bern aus. Ab 1659 war er Mitglied versch. Räte. 1662-67 amtierte er als Erbgutverwalter von Bern, dessen Rechte er in Lausanne vertrat. Als Urbarschreiber und Landvermesser begann R. 1656, für die Stadt Lausanne Urbare zu erstellen. Zwischen 1665 und 1680 entwarf er drei Pläne der Herrschaft Lausanne mit Güterverzeichnis, je einen für Lausanne, Bern und die übrigen Grundherren. Im Auftrag von Bern führte er eine Untersuchung über den Waadtländer Adel durch. Lausanner Honoratioren, die wegen seines Einflusses in Bern beunruhigt waren, strengten ab 1668 mehrere Prozessen gegen ihn an. Sie warfen ihm insbesondere vor, gegen die Interessen Berns gehandelt und Geheimakten kopiert zu haben. 1684 wurde er in Bern zu lebenslängl. Haft verurteilt, floh jedoch 1688 aus der Festung Aarburg und brachte sich in Cormondrèche in Sicherheit. 1708 war er in Berlin, um das Erbe seines Sohns und Mitarbeiters Jean-Philippe wiederzuerlangen. R. zählt zu den Pionieren der Landvermessung und Kartografie in der Schweiz.

Quellen und Literatur

  • A. Radeff, «Destinée européenne d'un Bourguignon: le notaire et commissaire Pierre R.», in Annales de Bourgogne 76, 2004, Nr. 3, 291-312