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JodokKnab

Als Stifter auf einer Bildtafel der Luzerner Hofbrücke (zwischen 1834 und 1852 abgebrochen), wahrscheinlich gemalt von Kaspar Meglinger, 1658 (Stadtarchiv Luzern).
Als Stifter auf einer Bildtafel der Luzerner Hofbrücke (zwischen 1834 und 1852 abgebrochen), wahrscheinlich gemalt von Kaspar Meglinger, 1658 (Stadtarchiv Luzern). […]

20.4.1593 Luzern, 4.10.1658 Luzern, kath., von Luzern. Sohn des Jost (->). 1605 trat K. in das Jesuitenkollegium in Luzern ein. 1609-15 besuchte er das Collegium Helveticum in Mailand und studierte Theologie an der Univ. Padua, wo er auch doktorierte. In Mailand wurde er 1615 zum Priester geweiht. Anschliessend wirkte K. als Pfarrer in der Stadt Willisau, 1616-27 als Leutpriester (Stadtpfarrer) in Luzern, 1625-38 als Chorherr in Beromünster, 1632-37 wieder als Leutpriester in Luzern, 1634 als Chorherr von St. Leodegar in Luzern, 1634-50 als konstanzisch bischöfl. Kommissar in Luzern, 1637 als Stiftspropst von St. Leodegar, 1639 und 1647 als interimistischer päpstl. Geschäftsträger sowie 1652-53 als Internuntius in Luzern. Nach langen Verhandlungen wurde er 1652 durch Papst Innozenz X. zum Bf. von Lausanne ernannt. Wegen des Bauernkrieges erfolgte die Bischofsweihe erst 1654 durch Nuntius Carlo Carafa in Luzern. Der Hl. Stuhl gestatte K., in Luzern zu residieren und die Propstei von St. Leodegar zu behalten. Die offizielle Besitznahme des Bistums erfolgte mit dem Einzug in Freiburg am 15.3.1654, doch kehrte K. bald nach Luzern zurück. Als Vertrauensmann des Hl. Stuhls erledigte er privat wie in offizieller Mission als Geschäftsträger und Nuntius viele Aufträge, für die er aufgrund seiner besseren Kenntnisse und Umgangsformen eher befähigt war als einige ausländ. Nuntien. Als Bf. von Lausanne beauftragte er versch. Priester mit der Visitation der Diözese und unternahm Firmungen und Kirchweihen. Er wehrte sich gegen das strenge Kirchenregiment der Freiburger Regierung, monierte gegen die Zitation von Geistlichen vor weltl. Gerichte und gegen den Entzug der bischöfl. Aufsicht über das Freiburger Stift St. Nikolaus. Ganz der tridentin. Reform verpflichtet, konnte K. während seiner kurzen Amtszeit und bei seinen wenigen Aufenthalten im Bistum jedoch kaum etwas zur Verbesserung der Verhältnisse beitragen. Seine Bibliothek vermachte er 1658 testamentarisch je zur Hälfte den Klöstern Engelberg und Einsiedeln.

Quellen und Literatur

  • H. Andres, Dr. Jodokus K. (1593-1658), 1961
  • HS I/1, 47; I/4, 155 f.; II/2, 352 f.
  • Gatz, Bischöfe 1803, 227 f.
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