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LudwigTschudider Jüngere

Titelseite des Reiseberichts Reyss und Bilgerfahrt zum Heiligen Grab von Ludwig Tschudi, 1606 (Zentralbibliothek Zürich).
Titelseite des Reiseberichts Reyss und Bilgerfahrt zum Heiligen Grab von Ludwig Tschudi, 1606 (Zentralbibliothek Zürich). […]

19.4.1495 Glarus, 12.1.1530 Gräpplang (Gemeinde Flums), von Glarus und Ennenda (heute Gemeinde Glarus). Sohn des Ludwig des Älteren (->) und der Margaretha Kilchmatter genannt Aebli. Bruder des Aegidius (->), Halbbruder des Jost (->), Cousin des Valentin (->). 1514 Agatha Gallati, Tochter des Fridolin, Hauptmanns. Er kämpfte 1513 in der Schlacht bei Novara und 1515 bei Marignano. Gian Giacomo Trivulzio ernannte ihn daraufhin zum Hauptmann der Mailänder Garde. 1519 unternahm Ludwig Tschudi mit dem Freiburger Peter Falck eine Wallfahrt nach Palästina und wurde in Jerusalem zum Ritter des Heiligen Grabes geschlagen. Sein Reisebericht erschien 1606. Ab 1520 war Tschudi Landvogt in Werdenberg. 1521 ritt er zum Abschluss eines Soldvertrags mit König Franz I. von Frankreich nach Dijon. Als französischer Agent in Graubünden und der Eidgenossenschaft erwirkte er 1522 eine Verbindung der Drei Bünde mit Frankreich. Im selben Jahr focht er bei Bicocca und stand ab 1524 als Hauptmann schweizerischer Söldner im Dienst Franz I., der ihn reich belohnte. 1525 geriet er bei Pavia in Gefangenschaft. Nach dem Loskauf quittierte er 1526 den Kriegsdienst. Tschudi war zunächst mit Huldrych Zwingli befreundet, wandte sich dann aber von der Reformation ab. Um 1523 kaufte er von Freiherr Wilhelm Truchsess von Waldburg Schloss und Herrschaft Ortenstein mit dem Hochgericht, das Karl V. ihm 1524 verlieh. Nach der Veräusserung der Herrschaft 1527 erwarb er 1528 vom Gotteshausbund die dem Bistum Chur gehörende Burg und Herrschaft Gräpplang bei Flums, die er mit den Gerechtsamen seines Vaters zu Tscherlach vereinigte. Ludwig Tschudi war der erste Freiherr von Flums und Gräpplang.

Quellen und Literatur

  • A. Müller, Gesch. der Herrschaft und Gem. Flums, 1916, 138-146
  • K. Schönenberger, Die Jerusalemfahrt des Ritters Ludwig Tschudi von Gräpplang, 1519, 1949
  • A. Esch, «Vier Schweizer Parallelber. von einer Jerusalem-Fahrt im Jahre 1519», in Gesellschaft und Gesellschaften, 1982, 138-184
  • U. Ganz-Blättler, Andacht und Abenteuer, 1990, 91-93
  • Europ. Reiseber. des späten MA, hg. von W. Paravicini, Bd. 1, 1994, 331 f.
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Zitiervorschlag

Veronika Feller-Vest: "Tschudi, Ludwig (der Jüngere)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.11.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017961/2012-11-21/, konsultiert am 26.02.2024.