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PaulusSchuler

1503/08, 1593 Schwanden (heute Gem. Glarus Süd), nach 1526 ref., von Rüti (heute Gem. Glarus Süd) und Schwanden. Sohn des Fridolin, Landvogts in Uznach. 1) 1567 Maria Kessler, Witwe des (Vorname unbekannt) Good, 2) 1576 Ursula Gallati, Tochter des Kaspar, Hauptmanns und Landvogts. S. folgte 1525 seinem verstorbenen Bruder als Landschreiber. 1533 ersetzte er den im Amt verstorbenen Jakob Meier als Landvogt von Werdenberg (bis 1536). 1544-47 war er Landvogt in Sargans, 1556-58 und 1567-74 Glarner Landammann und ab 1558 auf Lebenszeit gewählter Pannerherr. 1539 nahm S. als Glarner Ratsmitglied erstmals an einer Tagsatzung in Baden teil und amtierte 1549-84 regelmässig als Tagsatzungsabgeordneter. Hinzu kamen die Missionen in eidg. Angelegenheiten. 1565-66 weilte er mehrmals in Graubünden. S. trat für die ref. Sache ein und wurde im Glarnerland zu einem ihrer profiliertesten polit. Vertreter. Insbesondere im Glarnerhandel (1559-64) verteidigte er seine ref. Landsleute gegen die Druckversuche der fünf inneren Orte. S. äusserte sich in zwei Schriften 1549 zur Religionsdebatte, indem er v.a. die theol.-polem. Erzeugnisse seines Verwandten Aegidius Tschudi zum Anlass nahm, um sich für die Glaubensauffassungen der Reformierten einzusetzen. Ferner sandte S. 1587 seine "Wyss sprüch", eine Art Regimentsspiegel in Reimen und Prosa, an Gerold Escher, den Stadtschreiber von Zürich. Darin bekämpfte er die Praxis des Ämterkaufs und mahnte zum Festhalten an der alten Einigkeit unter den Eidgenossen. Trotz seiner dezidiert ref. Haltung stand S. schon aus verwandtschaftl. Verbundenheit vielen Katholiken nahe: Sein Vater (1543) blieb bis ans Lebensende beim alten Glauben und seine Ehefrauen waren katholisch.

Quellen und Literatur

  • F. Büsser, «Die theol. Schriften des Glarner Landammanns Paulus S.», in Zwingliana 9, 1952, 381-414, 453-482
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