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Hans RudolfRahn

Federzeichnung des Zürcher Bürgermeisters von Johannes Meyer, 1674 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
Federzeichnung des Zürcher Bürgermeisters von Johannes Meyer, 1674 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).

29.9.1560 Zürich, 14.11.1627 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Heinrich, Zunftmeisters, und der Dorothea Ammann. 1586 Regula Hegner, Tochter des Diethelm, Stadtschreibers von Winterthur. Nach der Grundschule in Zürich absolvierte R. seine weitere Ausbildung, die auf Staatsdienst oder eine polit. Karriere ausgerichtet war, in Frankreich (fünf Jahre) und Italien (vier Jahre), wo er neben dem Erlernen der Sprache v.a. Rechtsstudien betrieb. 1586 trat er in Zürich als geschworener Schreiber in den Staatsdienst und erhielt gleichzeitig als Vertreter der Widderzunft Einsitz im Gr. Rat. Nur zwei Jahre später gelangte er in den Kl. Rat und diente 1587-1608 als Zensor, 1588-1606 als Obervogt von Wiedikon, 1590 als eidg. Landvogt in den Freien Ämtern sowie 1594-1606 als Obmann gemeiner Klöster. Als Reformfreund sass er 1601 an der Spitze der obrigkeitl. Kommission für eine neue Schulordnung, die den Schülern eine genügende Grundausbildung für höhere Studien verschaffen sollte. 1607 zum Bürgermeister erkoren, bestimmte R. von Beginn weg die Politik. Zusammen mit Leonhard Holzhalb gelang ihm ab 1609 eine erfolgreiche Bündnispolitik. Mit Hartnäckigkeit und Verhandlungsgeschick half er nach dem Gachnangerhandel von 1610 mit, einen Krieg mit den kath. Orten zu verhindern, sowie neue Bündnisse mit dem Markgf. von Baden-Durlach (1612), mit Frankreich (1614) und Venedig (1615) abzuschliessen. R. wurde zu einer bestimmenden Persönlichkeit in der eidg. Politik, ohne dessen Einverständnis in Verhandlungen mit den 13 Orten kaum etwas möglich war. Innenpolitisch setzte R. eine Konsenslösung in der von Antistes Johann Jakob Breitinger geforderten Staatsreform (die Zürcher Wahlpraktiken betreffend) von 1622 durch.

Quellen und Literatur

  • W. Schnyder-Spross, Die Fam. R. von Zürich, 1951, 43-91
  • GKZ 2, 311, 334-336
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