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DiethelmRöist

14.10.1482 Zürich, 3.12.1544 Zürich, von Zürich. Sohn des Marx (->) und der Barbara Schad. Bruder des Caspar (->). 1) 1510 Anna Summer, Tochter des Rudolf, Schultheissen von Aarau, 2) 1528 Küngolt Byss, Tochter des Urs Byss. Reichtum und Familientradition prädestinierten R. zum Staatsdienst, wo er eine steile polit. Karriere durchlief. Er begann 1513 als Vertreter der Konstaffel im Gr. Rat, wurde 1514 zusätzlich Stadtrichter und gelangte 1518 in den Kl. Rat. Ebenfalls 1518 unternahm er eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. 1519 wurde er zum Augustinerpfleger ernannt. 1522 gehörte er als Seckelmeister zu den Standeshäuptern, der polit. Elite Zürichs, ehe er 1525-44 als Bürgermeister an der Spitze der Stadt stand. R.s Einfluss zeigte sich in der ständigen Abordnung zu den Tagsatzungen. Der Reformation stand er positiv gegenüber. Seinen Freund Huldrych Zwingli begleitete er an die Berner Disputation. Während der Kappelerkriege (1529-31) nahm er eine gemässigte Haltung ein, was nichts an seiner proreformator. Position änderte. Sein "Gevatter" Heinrich Bullinger nannte ihn einen der Hauptförderer der Reformation, später das Herz von Zürich. 1537 setzte sich R. beim franz. König Franz I. für die Protestanten ein. Er galt schon während seiner Amtszeit als ausgezeichneter Magistrat und als reichster Zürcher.

Quellen und Literatur

  • W. Jacob, Polit. Führungsschicht und Reformation, 1970, 233 f.
  • M. Illi, Die Constaffel in Zürich, 2003, 53
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Zitiervorschlag

Lassner, Martin: "Röist, Diethelm", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.11.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018062/2010-11-23/, konsultiert am 21.10.2020.