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KonradWitz

um 1400 Rottweil, zwischen 1445 und 1447 wahrscheinlich Basel, ab 1435 von Basel. Sohn des Hans, Kunstmalers in Rottweil. Ursula von Wangen. Konrad Witz hielt sich möglicherweise in Flandern und Italien auf, bevor er sich, angezogen von den Verdienstmöglichkeiten, die das Konzil bot, 1431 in Basel niederliess. Um 1435 schuf der vom Illusionismus der flämischen Meister beeinflusste Kunstmaler vielleicht zusammen mit dem Bildhauer Matthäus Ensinger den teilweise erhaltenen mehrteiligen «Heilsspiegelaltar» für die St. Leonhardskirche in Basel. Dieses erste Hauptwerk enthält bereits die charakteristischen Elemente von Witz' innovativem Stil: klarer Ausdruck, Reduktion auf das Wesentliche, Monumentalismus und bildhauerische Darstellung der Figuren, starker Glanz sowie realistische Wiedergabe von Materialien und Details. 1444 ging Witz nach Genf, wo er für den Bischof François de Metz das Retabel des Hauptaltars der Kathedrale schuf. Dank der mit Conradus Sapientis de Basilea signierten und datierten Retabelflügel konnten Witz mehr als 20 Bilder in verschiedenen Museen sowie Zeichnungen und Wandmalereien zugewiesen werden. Auf einem der Flügel des Genfer Retabels stellte der Maler zum ersten Mal in der Geschichte der abendländischen Kunst eine religiöse Szene, den «Wunderbaren Fischzug» (heute im Kunsthistorischen Museum Genf), in einer äusserst präzise gezeichneten Landschaft dar. Dabei handelt es sich um die Umgebung des Genfersees rund um Genf. Diese Neuerung, die auf die französisch-flämische Kunst des ersten Drittels des 15. Jahrhunderts zurückgeht, spielte auf die Herkunft des in Basel gewählten Papstes Felix V., des früheren Herzogs Amadeus VIII. von Savoyen, an. Witz prägte die Kunst in den deutschen und savoyischen Gebieten nachhaltig. Verschiedene Gemälde, die durch sein Werk beeinflusst wurden, stammen vielleicht von einem oder mehreren Künstlern mit dem Namen Hans Sapientis (Johannis de Sapientibus Sabaudensis pictor insignis). Wahrscheinlich handelt es sich dabei um Verwandte von Witz, die zwischen 1440 und 1478 in Genf tätig waren.

Quellen und Literatur

  • M. Teasdale Smith, «Conrad Witz's miraculous draught of fishes and the council of Basel», in The Art Bulletin 52, 1970, 150-156
  • BLSK, 1136 f.
  • F. Elsig, «L'impatto del concilio di Basilea e la corrente renana», in Corti e città, Ausstellungskat. Turin, 2006, 315-321
  • Konrad Witz, Ausstellungskat. Basel, 2011
  • Konrad Witz, hg. von F. Elsig, C. Menz, 2013
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Kurzinformationen
Variante(n)
Conrad Witz
Lebensdaten ∗︎ um 1400 ✝︎ zwischen 1445 und 1447

Zitiervorschlag

Nicolas Schätti: "Witz, Konrad", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.11.2014, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018305/2014-11-26/, konsultiert am 07.02.2023.