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Wolfcoz I.

W. legte die Ordensprofess vor 813 ab; er wird ab 817 als Diakon und 828 letztmals als Zeuge erwähnt. Er ist zwischen 816 und 822 als Schreiber von 14 Urkunden zu fassen, woraus hervorgeht, dass W. wie der spätere Abt Bernwig ein Vertrauter des Abts Gozbert (816-837) war. Als ausgezeichneter Kalligraf war er auch in der klösterl. Handschriftenproduktion tätig und entwickelte auf der Grundlage der (jüngeren) alemann. Minuskel eine Kunstschrift für Handschriften des mittleren und hohen Stils, die sog. Wolfcoz-Schrift, und eine Initialenkunst, die beide schulbildend wirkten. Er schuf in den 820er Jahren mit dem Wolfcoz-Psalter (Cod. Sang. 20, mit späterem Widmungsvers S. 327, vielleicht von seinem Namensvetter W. II. verfasst, mit dem W. gelegentlich verwechselt wird) das früheste Meisterwerk sanktgall. Initialkunst. Ihm, seinen Mitbrüdern und Schülern werden weitere Prachthandschriften zugewiesen, so der "Zürcher Psalter" und der Psalter in der Vadian. Sammlung St. Gallen, Kirchenväter-Handschriften sowie Rechtscodices, u.a. die Collectio Dionysio-Hadriana. Mit W. und seinem Kreis erreichte St. Gallen unter Abt Gozbert seine erste buchkünstler. Blüte.

Quellen und Literatur

  • B.M. von Scarpatetti, «Schreiber-Zuweisungen in St. Galler Hs. des achten und neunten Jh.», in Codices Sangallenses, hg. von P. Ochsenbein, E. Ziegler, 1995, 25-56
  • B. Zeller, «W. und die W.-Schr.», in Mensch und Schr. im frühen MA, hg. von P. Erhart, L. Hollenstein, 2006, 156-160
  • A. von Euw, Die St. Galler Buchkunst vom 8. bis zum Ende des 11. Jh., Bd. 1, 2008, 41-61, 311-334
  • N. Maag, «Zum sog. St. Galler W.- Evangelistar und dem Skriptorium der Reichenau unter Reginbert (✝︎846)», in ZGO, 161, 2013, 1-10.
Kurzinformationen
Lebensdaten Ersterwähnung vor 813 Letzterwähnung 828