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François deCurtine

Bezeugt von 1502 bis 1533, gebürtig aus Cara (Gem. Presinge), das damals zur savoy. Pfarrei Ville-la-Grand gehörte, spätestens ab 1518 Bürger von Genf. Als Maurer und Baumeister verliess C. seine Heimat, pflegte aber weiterhin Beziehungen zum Bas-Chablais. 1502 bis mind. 1513 war er in Payerne wohnhaft. Ihm werden bedeutende Arbeiten in der Broye zugeschrieben, so die Erneuerung der Pfarrkirche in Payerne (1505-17), der Chor der Kirche in Curtilles (vor 1517) und die Buloz-Kapelle (1522) in der Kirche Saint-Etienne in Moudon. In den zwei letztgenannten Bauten kommt in den Netz- und einfachen Rippengewölben die Eleganz der Genfer Schule zum Ausdruck. C. wurde von der Stadt Vevey beauftragt, das Langhaus der Kirche Saint-Martin neu zu errichten (1522-32/33). Der grosszügige, weite Bau, sein Hauptwerk, fügt sich gut zum Chor, der um 1300 entstand. Beachtlich sind die Originalität des vielgestaltigen Rippengewölbes und der bildhauerische Schmuck mit seinen grotesken Tiergestalten, die vielleicht vom Maler und Bildhauer Claude de Bolaz geschaffen wurden. Vom künstlerischen Anspruch her ist der Bau durchaus mit den basilikalen Vorgängerinnen von Bern und Bourg-en-Bresse vergleichbar, die regelmässig gereihte Seitenkapellen aufweisen. Noch im 17. Jh. war Saint-Martin weitherum bekannt und wurde von durchreisenden Architekten besucht. C. war einer der grossen Meister der Spätgotik in der Westschweiz.

Quellen und Literatur

  • M. Grandjean, «Les architectes "genevois" dans le Pays de Vaud à la fin de l'époque gothique (1470-1533)», in Des archives à la mémoire 57, 1995, 181-189
Kurzinformationen
Lebensdaten Ersterwähnung 1502 Letzterwähnung 1533