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Johann von Grandson

Belegt 1341 -44, auch Jeannod de Grandissono genannt. J., der nichts mit der adligen Fam. der Herren von Grandson zu tun hat, wirkte als Maler in Savoyen und in der Genferseeregion. 1341-42 war er in der savoy. Abtei Hautecombe, Grabstätte des Hauses Savoyen, beschäftigt: Er arbeitete mit dem Florentiner Maler Giorgio dell'Aquila zusammen, der damals schon dreissig Jahre lang im Dienst der Gf. von Savoyen die Ausschmückung der dortigen Fürstenkapelle besorgte. 1341 erhielt J. den Auftrag, im Schloss Chillon das Zimmer des Gf. von Savoyen (camera domini) auszumalen, woran er zwei Jahre lang arbeitete. Auf der Kamineinfassung stellte er den Hl. Georg im Drachenkampf dar, an den Wänden versch. Tiere (Leopard, Stier, Löwe und Löwin, Bär, Gazelle, Dromedar, Hirsch und Hirschkuh, Greif und Drache) auf grünem Hintergrund sowie ein Wappenfries und Wandbehänge. Diese Wandmalereien wurden um 1900 freigelegt und restauriert. Sie sind die einzigen vom Haus Savoyen in ihren Wohnsitzen in Auftrag gegebenen Malereien aus der 1. Hälfte des 14. Jh., die sich erhalten haben. Die bedeutendsten Auftragsarbeiten vergaben die Savoyer an Giorgio dell'Aquila in Chambéry und in Pignerol (Piemont), allerdings haben sie nicht überlebt. Die Maltechnik, die J. im Schloss Chillon anwandte (Eitempera), dürfte mit derjenigen von Giorgio übereinstimmen (soweit man es den schriftl. Quellen entnehmen kann), der Stil hingegen zeugt nicht von florentin. Einfluss.

Quellen und Literatur

  • A. Baudi di Vesme, L'arte in Piemonte 4, 1982, 1322, 1369
  • Les pays romands au Moyen Age, hg. von A. Paravicini Bagliani et al., 1997, 533
  • Chillon: la chapelle, hg. von D. de Raemy, 1999, 83, 153
Kurzinformationen
Variante(n)
Jeannod de Grandissono
Lebensdaten Ersterwähnung 1341 Letzterwähnung 44