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FranzGuillimann

Habsburgiaca sive de antiqua et vera origine domus Austriae. Titelblatt der 1605 in Mailand publizierten Geschichte des Hauses Habsburg (Schweizerische Nationalbibliothek).
Habsburgiaca sive de antiqua et vera origine domus Austriae. Titelblatt der 1605 in Mailand publizierten Geschichte des Hauses Habsburg (Schweizerische Nationalbibliothek). […]

um 1568 Freiburg, 14.10.1612 Freiburg i.Br., kath., ab 1592 von Solothurn. Aus einfachen Verhältnissen. 1) Agnès Wiel, 2) 1611 (Name unbekannt). 1582-84 besuchte G. das Kollegium Saint-Michel in Freiburg, 1584-87 das Kollegium Helveticum in Mailand und 1587-89 die Univ. Dillingen, wo er Rhetorik und Philosophie studierte. 1590-95 Lehrer und dann Direktor der Lateinschule Solothurn. Im Gegensatz zur Solothurner Regierung, die den franz. Kg. Heinrich IV. unterstützte, sympathisierte er mit dem Herzogsgeschlecht der Guise und Kg. Philipp II. von Spanien. Deshalb wurde er seines Amtes enthoben und aus der Stadt verbannt. Er trat in die Dienste der span. Gesandtschaft in Luzern und war 1595-1605 Sekretär des Botschafters Alfonso Casati. G. begann mit hist. Recherchen über die Schweiz und die Habsburger. 1605 emigrierte er nach Freiburg i.Br. Ks. Rudolf II. von Habsburg, dem er auch als Berater diente, gewährte ihm da eine jährl. Pension und ernannte ihn zum Prof. für Geschichte an der Universität (1606-09).

Seine Beschäftigung mit der Vergangenheit basierte auf einem krit. Quellenstudium. 1598 veröffentlichte er in Freiburg "De rebus Helvetiorum sive antiquitatum Libri V", die erste vollständige wissenschaftl. Abhandlung über die Schweizer Geschichte bis 1315. Damit wollte er einen Gegenpol zur ref. Sichtweise von Johannes Stumpf und Josias Simmler schaffen. Aus Enttäuschung über die schlechte Aufnahme seines Werks durch die Regierungen und die Leser gewisser Kantone widmete er sich fortan der Geschichte der Habsburger. 1605 veröffentlichte er "Habsburgiaca sive de antiqua et vera origine domus Austriae". Ausserdem verfasste er zahlreiche lat. Gedichte.

Quellen und Literatur

  • J. Kälin, Franz G., ein Freiburger Historiker von der Wende des XVI. Jh., 1904
  • La Liberté, 17.9., 5.10., 9.11. und 23.12.1954
  • Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 292-295
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Lebensdaten ∗︎ um 1568 ✝︎ 14.10.1612