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WalterKlarer

um 1500 Hundwil, 1567 Hundwil, reformiert, von Hundwil. Sohn des Wälti. 1509-1515 Schulen in St. Gallen. 1515-1517 Studien in Schaffhausen und Bern, 1517-1521 Studium des Kirchenrechts in Paris mit königlichem Stipendium. 1522-1530 und 1543-1567 Pfarrer in Hundwil, 1530-1531 in Herisau, 1531-1532 in Gossau (SG) sowie 1532-1543 in Urnäsch, daneben in Urnäsch und Hundwil als Wirt tätig, vermutlich auch Geschworenenrichter. Walter Klarer hatte wesentlichen Anteil an der Festigung der von Jakob Schurtanner begonnenen Reformation im Land Appenzell. Wichtigen Rückhalt gab ihm dabei die enge Freundschaft zu Vadian. 1528 nahm er an der Disputation von Bern teil. 1532 wurde er auf Befehl des St. Galler Abtes in Gossau verhaftet und der äbtischen Lande verwiesen. Er war Dekan der reformierten Appenzeller Kirche und zählte zur Vorsteherschaft der St. Galler Synode. 1565 verfasste er im Auftrag des Zürcher Stiftsverwalters Wolfgang Haller eine kurze Chronik zur Reformation im Appenzellerland. Aus der Erinnerung beschrieb Walter Klarer darin Ereignisse, Mitstreiter und Gegner in den bewegten Jahren zwischen 1521 und 1531. Als einzige zeitgenössische Darstellung der Reformation im Appenzellerland bildet das nur in Kopien tradierte Werk angesichts der spärlichen Überlieferung eine wichtige Quelle. Walter Klarers Autorschaft an der ihm zugeschriebenen Appenzeller Chronik von 1532 ist dagegen fraglich.

Quellen und Literatur

  • «Pfr. Walther Klarers Gesch. der Reformation im Appenzellerlande, hg. von H.J. Heim», in AJb 8, 1873, 86-106
  • M. Höhener, «Stud. zur Appenzell. Historiographie», in AJb 99, 1971, 3-81, v.a. 5-18
  • Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 303
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Zitiervorschlag

Thomas Fuchs: "Klarer, Walter", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 16.10.2008. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018728/2008-10-16/, konsultiert am 01.12.2022.