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PaoloGiovio

21.4.1483 oder 1486 Como, 11./12.12.1552 Florenz, kath., aus Como. Sohn des Luigi Zobio, Notars aus einer Patrizierfam., und der Elisabetta Benzi. 1511 erlangte G. an der Univ. Pavia das Doktorat in Philosophie und Medizin. Ab 1512 wirkte er als Arzt und Humanist (mit dem lat. Namen Paulus Jovius) erst in Rom, wo er die Förderung von Papst Leo X. genoss, und ab 1517 in Florenz im Gefolge des Kardinals Giulio de' Medici, des späteren Papstes Klemens VII. (1523), der ihn 1527 zum Bf. von Nocera dei Pagani (Kampanien) ernannte. Neben seinem Bischofsamt betrieb G. intensive historiograf. Studien; diese liess er in seine Werke einfliessen, u.a. in die berühmten "Vitae" illustrer Persönlichkeiten (1540-50) und in die "Lettere volgari", die postum 1560 erschienen und seine Berufung zum Journalisten ante litteram offenbarten. 1550 zog G. nach Florenz an den Hof von Cosimo I. Dort beendete er sein beeindruckendstes Werk, die "Historiae sui temporis" in 45 Büchern, in welchen er sich mit den Geschehnissen von 1494-1544 befasst (mit Lücken für die Jahre 1498-1513 und 1517-27). Eine dt. Übersetzung von Heinrich Pantaleon erschien 1560 in Basel. Für die Schweizergeschichte besonders bedeutungsvoll sind die Beschreibungen der - von G. unterschiedlich bewerteten - militär. Aktionen auf ital. Boden, an denen sich die Eidgenossen beteiligten, wie der Einzug in Rom 1494 oder die Schlachten von Novara 1513 und Marignano 1515.

Quellen und Literatur

  • Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 311 f.
  • E. Fueter, Gesch. der neueren Historiographie, 31985, 51-55
  • T.C. Price Zimmermann, Paolo G., 1995
  • DBI 54, 430-440
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 21.4.1483 oder 1486 ✝︎ 11./12.12.1552