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RudolfHofmeister

um 1375, 1451 . Sohn des Hans Gräfli, Hofmeisters des Bf. von Basel, von Biel. 1) Margaretha von Schlatt (1422), 2) um 1427 Cäcilia von Reinach (AG). 1395 wird H. erstmals als Einwohner und Bürger von Bern erwähnt; er wurde in Bern Grossrat, 1399 und 1403 Kleinrat. 1404-17 amtierte er als Meier des Bf. von Basel in Biel und war 1415 Anführer der Bieler bei der Eroberung des Aargaus. 1418 wurde H. zum Schultheissen von Bern gewählt; dieses Amt hatte er bis 1446 inne. Ab 1422 war H. gleichzeitig Twingherr von Twann. Während seiner Zeit als Schultheiss erreichte H. von Savoyen 1423 die Abtretung der Herrschaft Grasburg an Bern und Freiburg. Auch war er 1425 Bannerhauptmann der Berner beim erfolgreichen Zug ins Val d'Ossola zum Entsatz Domodossolas. Als herausragender Politiker seiner Zeit war H. unentwegt als Vermittler in eidg. Angelegenheiten tätig, so 1427 zur Schlichtung des Streits der Acht Orte mit Mailand, 1430 als Obmann des Schiedsgerichts zur Beilegung des Konflikts zwischen Luzern auf der einen, Weggis, Vitznau und Gersau auf der anderen Seite. Im Alten Zürichkrieg trug er wesentlich zum Schiedsspruch von 1437 bei, der auf Betreiben Berns einseitig zugunsten von Schwyz ausfiel. 1443 trat H. als Vermittler im Alten Zürichkrieg auf und war 1446 als Gesandter Berns um den Friedensschluss in Konstanz bemüht. Auch nach seinem Rücktritt 1446 übernahm er weiterhin Gesandtschaften.

H.s Fam. entstammte dem Dienstadel des Bf. von Basel. Vom Amt übernahm sie auch den Namen. Rudolf wurde zu einer der bedeutendsten Gestalten der bern. Geschichte im 15. Jh. Selbst seine doppelbödige Politik im Vorfeld des Alten Zürichkrieges vermochte seinem Ansehen nicht zu schaden. Sein Ehrgeiz fand indes nicht die volle Befriedigung, da dem Zugewanderten der Zugang zu den bedeutendsten Berner Fam. verschlossen blieb.

Quellen und Literatur

  • von Stürler, Geschlechter 2, 19
  • Slg. Bern. Biogr. 1, 1884, 401
  • Feller, Bern 1