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JoachimMeggeli

Kopie nach einem zeitgenössischen Porträt. Öl auf Leinwand von Heinrich Rothweiler, 1905 (Museum Appenzell).
Kopie nach einem zeitgenössischen Porträt. Öl auf Leinwand von Heinrich Rothweiler, 1905 (Museum Appenzell).

spätestens 1520, 27.9.1590 Appenzell (Rhode Schwende), kath.; Sohn des Joachim, Landschreibers, Enkel des Hans (->). 1) Anna Gartenhauser, 2) Barbara Zimmermann, 3) Barbara Scheuss, 4) Anna Mutscheller, verwitwete Stadler. 1543-53 Landschreiber. 1553-87 achtmal regierender Landammann von Appenzell, 1570 Landesfähnrich und Kirchenpfleger. Fast 90-mal Tagsatzungsgesandter. M. schaffte 1560 Missstände in der Laienverwaltung des Klosters Wonnenstein ab und sicherte so dessen Überleben. Er leitete die Verhandlungen mit der Fürstabtei St. Gallen, die zur Ablösung des Leibfalles 1566 führten. Auf seine Initiative wurde 1570 in Appenzell ein Taufbuch angelegt sowie 1584 der Gregorian. Kalender eingeführt, der allerdings in den äusseren Rhoden nur bis zum Kalenderhandel 1589-90 in Kraft blieb. M. berief die Kapuziner nach Appenzell und liess ihnen ein Kloster bauen (1587-90). 1587-88 verschärfte der Rat auf sein Betreiben das Kirchhöreprinzip, sodass Reformierte im Inneren Landesteil katholisch werden oder wegziehen mussten. Zudem drängte M. auf einen Beitritt zum Goldenen Bund, der 1600 erfolgte. 1588 trat Appenzell dem span. Bündnis bei, was scharfe Reaktionen in den äusseren Rhoden nach sich zog.

M. gehörte mit Bartholomäus Dähler und Johannes von Heimen zum sog. Dreigestirn einer neuen kämpfer. Generation in Appenzell, die nach Mitte des 16. Jh. die Reform der Kirche und die gegenreformator. Auseinandersetzung mit dem konfessionellen Gegner suchte. Nach den Dorfbränden von Herisau (1559) und Appenzell (1560) wirkte M. auch als Dorfbaumeister und -planer. In Appenzell realisierte er den Neubau des Schiffes der Pfarrkirche und des Rathauses sowie den Bau seines an dieses angebauten Wohnhauses.

Quellen und Literatur

  • AWG, 208
  • AppGesch 1
  • J. Gisler, «Landammann M. der jüngere oder der ältere?», in IGfr. 28, 1984, 62-67
  • H. Bischofberger, Rechtsarchäologie und rechtl. Volkskunde des eidg. Standes Appenzell Innerrhoden, 2 Bde., 1999
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