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Anton JosephSutter

1.3.1720 Appenzell, 9.3.1784 Appenzell, kath., von Appenzell. Sohn des Paul, Landwirts, und der Magdalena Koller. Urenkel des Johann (->). 1) 1744 Anna Katharina Fuchs, 2) 1768 Maria Johanna Sebastiana Schai. Von ca. 1753 bis 1760 Badwirt in Gonten. 1760-62 Landvogt im Rheintal, 1762-75 Innerrhoder Landammann und Tagsatzungsgesandter. 1768-75 Hauptakteur im Staatsprozess um die im Besitz des Rheintaler Hofs Oberriet stehende Alp Sämtis. Am 27.7.1775 wurde S. vom Gr. Rat für abgesetzt erklärt, an der ausserordentl. Landsgemeinde vom 27.8.1775 abgewählt und zwangsenteignet. In Abwesenheit wurde er am 11.9.1775 vom Gr. Rat verbannt, mit Kopfgeld belegt und in effigie hingerichtet. 1775-84 hielt er sich mit seiner Gattin im Exil in Konstanz auf, wo er als Mousselinehändler tätig war. 1784 wurde S. durch Verrat nach Oberegg gelockt, nach Appenzell überführt und nach einem fragwürdigen Prozess enthauptet (Sutterhandel). 1829 wurde er rehabilitiert. S. war ein charismat., aber auch leichtfertiger Opponent der etablierten Ratsgeschlechter.

Quellen und Literatur

  • M. Triet, Der Sutterhandel in Appenzell Innerrhoden 1760-1829, 1977
  • F. Brändle, Demokratie und Charisma, 2005
  • F. Brändle, «"Auch dem gemeinen Volk in allem zu gefallen"», in IGfr. 50, 2009, 41-63
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