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UlrichEisenhut

1508 erstmals erwähnt, vor dem 22.5.1537 Altstätten, aus der Rhode Gais. 1508-1513 Steuermeister, 1516-1534 Landammann (mit Unterbrüchen), 1508-1535 Vertreter von Appenzell an über 60 Tagsatzungen. Von 1519 an war Ulrich Eisenhut auch in Religionsfragen oft als Schiedsrichter tätig, 1535 vermittelte der Anhänger der Reformation im Grenzstreit zwischen Gais und Oberriet. In dieser Funktion sowie im Bannerhandel warfen ihm seine Neider, insbesondere Jakob Büchler, Landesverrat vor: Er habe eine von den St. Gallern erbeutete Fahne diesen zu seinem Vorteil verkauft. Trotz fehlender Beweise wurde Eisenhut 1535 verhaftet. Die Stadt St. Gallen und die Eidgenossen vermittelten erfolglos. Im selben Jahr konnte Eisenhut fliehen. 1537 wurde der kurz zuvor verbittert verstorbene Eisenhut von der eidgenössischen Tagsatzung rehabilitiert.

Quellen und Literatur

  • AWG, 57
  • AppGesch. 1, 390 f., 424-430
  • H. Bischofberger, Rechtsarchäologie und rechtl. Volkskunde des eidg. Standes Appenzell Innerrhoden, 1999
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Zitiervorschlag

Hermann Bischofberger: "Eisenhut, Ulrich", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.08.2004. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018918/2004-08-30/, konsultiert am 02.12.2022.