de fr it

JosephWerner

Kopie eines um 1690 gemalten Selbstporträts. Pinsel in Gouache auf Pergament, geleimt auf Kupferplatte (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
Kopie eines um 1690 gemalten Selbstporträts. Pinsel in Gouache auf Pergament, geleimt auf Kupferplatte (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv). […]

22.7.1637 Bern, um 1710 Bern, ref., von Bern. Sohn des Joseph, Malers, und der Maria geb. Weyermann. 1668 Susanna Mayr, Tochter des Johann Ulrich, Malers aus Augsburg. Schulen in Bern und Basel, Lehre bei Matthäus Merian dem Jüngeren in Frankfurt am Main. Ab ca. 1654 hielt sich W. in Rom auf, wo er sich mit der Miniaturmalerei sowie mit mytholog. und allegor. Themen auseinandersetzte und von Salvator Rosa zu Spuk- und Genreszenen angeregt wurde. 1662 wurde er an den Hof von Versailles berufen; auf der Reise nach Paris schenkte W. dem Rat in Bern die "Allegorie auf die Gerechtigkeit". Das Konkurrenzverhältnis zum Leiter der Akademie, Charles Le Brun, bewog W., 1667 nach Augsburg überzusiedeln, wo er v.a. für fürstl. Auftraggeber arbeitete. 1680-95 hielt sich W. in Bern auf. Hier tat er sich mit Gemälden für die Burgerstube, Bildnissen, dekorativen Malereien sowie dem Zyklus "Katharina Perregaux-von Wattenwyl" (1690) für Beat Fischer hervor. In W.s privater Akadamie liessen sich David Dick aus Bern, Johann Rudolf Huber aus Basel, Anna Waser aus Zürich und Johann Grimm aus Burgdorf, der die Akademie später weiterführte, ausbilden. Vermutlich dank der Vermittlung von Andreas Morell wurde W. 1695 Gründungsdirektor der Akademie in Berlin. Über die künstler. Arbeit in Berlin sowie seine letzte Berner Zeit nach der durch Misserfolg bedingten Rückkehr ist nichts bekannt. Wegen seiner Zeichnungen und Miniaturen, seiner allegor. Gemälde für das Berner Rathaus und seines Schaffens für Berner Patrizier gilt W. als bedeutender Künstler. Der künstler. Konkurrenz und den offiziellen Verpflichtungen an den Residenzen Versailles und Berlin nicht gewachsen, fand er aber auch in Bern nicht angemessene Voraussetzungen für seine Begabung und für eine entsprechende Karriere. W.s Werke finden sich heute v.a. im Hist. Museum Bern, im Kunstmuseum Bern, im Schloss Jegenstorf, im Residenzmuseum München sowie im Schloss Versailles.

Quellen und Literatur

  • J. Glaesemer, Joseph W., 1637-1710, 1974
  • BLSK, 1118 f.
  • Berns mächtige Zeit, hg. von A. Holenstein et al., 2006, 353, 561 f.
Weblinks
Weitere Links
SIKART
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Lebensdaten ≈︎ 22.7.1637 ✝︎ um 1710