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AdolpheFraisse

6.8.1835 Ferney-Voltaire, 27.9.1900 Bern. Sohn des Pierre Alexandre, Papierfabrikanten aus Annonay (Ardèche) und der Maria Anna geb. Zurkinden. Eléonore Gendre, Tochter des Joseph. Nach dem Besuch der Industrieabteilung der Kantonsschule in Freiburg hielt sich F. 1849-52 im Ausland auf. Vom Besuch einer Bauakademie ist nichts bekannt. Nach angebl. Bauführer-Tätigkeit in Strassburg und der Rückkehr nach Freiburg war er 1859-66 Adjunkt der kant. Baudirektion, anschliessend führte er ein eigenes Architekturbüro. 1873-74 amtierte er als Kantonsarchitekt, 1876-95 war er Gemeinderat von Freiburg und Leiter des städt. Bauamts. Der Neugotiker F., ein brillanter Zeichner und Aquarellist, war im letzten Drittel des 19. Jh. in Freiburg der prägende Architekt. Unter ihm entstanden exemplarische Planungen für Gartenstadtquartiere: In Freiburg für die Rue Saint-Pierre (1887-88, Bauten ersetzt) und das Gambachquartier (1893) sowie in Murten für das Neuquartier (Planung 1890-93). In den Freiburger Quartieren Bahnhof und Beauregard setzte F. mit dem alten Bahnhof in klassizist. Stil (1872-73), dem runden Lokomotivdepot (1872-73, zugeschrieben, abgebrochen) und dem Hotel Terminus (1895, Abbruch 1999) prägende Bauten. Weiter ragen das psychiatrische Spital in Marsens (ab 1870, teils erhalten) und die Bauten für das Eidg. Schützenfest von 1881 in Freiburg heraus. Von den zehn Kirchen, für die F. zwischen 1860 und 1898 im Stil der "doktrinären" Neugotik die Pläne lieferte, ist die dreischiffige Pfarrkirche in Châtel-Saint-Denis (1872-75) die bedeutendste. F. bevorzugte das dreischiffige Langhaus mit Polygonchor und Eingangsturm. Die Bauten sind gut gesetzt, sicher in den Volumen und in Dekor und Ausstattung gepflegt. Weitere Kirchen errichtete er in den Freiburger Ortschaften Attalens (1860-63), Rossens (1870-71), La Tour-de-Trême (1874-75), Albeuve (1876-79), Broc (1876-77, zusammen mit Abbé Jean-Alexandre Menoud), Murten (1884-85), Bonnefontaine (1892-93), Corserey (1895-96) und Montbovon (1897-98).

Quellen und Literatur

  • INSA 4
  • Freiburger Kulturgüter 8, 1997, 61-64
  • Architektenlex., 183 f.
  • Kdm FR 5, 2000
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