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PlazidusZurlauben

13.3.1646 (Franz Dominik) Bremgarten (AG), 14.9.1723 Schloss Sandegg (Gem. Salenstein), kath., von Zug. Sohn des Beat Jakob (->) und der Maria Barbara Reding von Biberegg. Bruder von Beat Kaspar (->), Gerold (->), Heinrich Ludwig (->) und Maria Ursula (->), Halbbruder von Beat Jakob (->) und Fidel (->). Ab 1652 besuchte Z. die Schule im Benediktinerkloster Muri, legte 1663 die Profess ab und erhielt 1670 die Priesterweihe. Hier wurde er 1672 Rhetoriklehrer, 1677 Prof. der Philosophie und Theologie sowie 1678 Novizenmeister. Er wirkte 1680 als Sekr. und 1686 als Visitator der Schweiz. Benediktinerkongregation. 1684-1723 war Z. Abt von Muri. 1701 verlieh ihm Ks. Leopold I. den Fürstentitel, um im Span. Erbfolgekrieg eine engere Bindung der Abtei Muri ans Reich zu erzielen. Als Abt reorganisierte Z. die Ökonomie des Klosters, vermehrte dessen Besitz und führte es zur Blüte. In den ersten 15 Amtsjahren verwendete er die Überschüsse für die Erweiterung der Konventsgebäude, den Neubau der Bibliothek und des Schiffs der Klosterkirche, die 1696 eingeweiht wurde. 1695 liess er das Schloss Klingenberg wiederherstellen und 1700 den Horben auf dem Lindenberg zum Erholungsort ausbauen. Zudem erwarb Z. Herrschaften im Thurgau, so 1693 Sandegg und 1698 Eppishausen, und im süddt. Raum: 1702 Riedeschingen bei Stühlingen, 1706 Glatt bei Rottenburg am Neckar, 1708 Diessen und Dettlingen, 1711 Schloss Oberstaad und 1715 Dettensee. In Muri äufnete er den klösterl. Kirchenschatz, spendete 1700 das silberne Tabernakel am Hochaltar, eine Monstranz von Goldschmied Hans Jakob Läublin sowie Kelche und Paramente. Die Zeit des 2. Villmergerkriegs 1712 verbrachte Z. im Exil in Mailand. Das Kloster bezifferte die Kriegsschäden auf rund 100'000 Gulden.

Quellen und Literatur

  • Kdm AG 5, 1967, 211-316
  • R. Stöckli, «Die Fam. Z. und die Freien Ämter», in Unsere Heimat 50, 1978, 12-37
  • K.-W. Meier, Die Zurlaubiana, 1981
  • HS III/1, 940 f.
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