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vonGex

Die Herren von G. gehen aus einer Seitenlinie der Gf. von Genf hervor. Ihr Stammvater war Amadeus (1211), der jüngere Sohn des Gf. Amadeus I. von Genf (1178), der 1188 zum ersten Mal als Amadeus von G. bezeugt ist. Als Apanage waren ihm - wahrscheinlich nach einem Waffengang mit seinem älteren Bruder - die Grafschaftslande auf der nördl. Seite des Sees und der Rhone überlassen worden. Sie reichten vom Boiron, einem Bach südlich von Nyon, bis zur Klause von G. zwischen Crêt d'eau und Mont Vuache, sowie vom Genfersee bis ins Valserinetal jenseits des Jurahauptkamms mit den beiden Pässen Col de la Faucille und Col du Crozet. Der gleichnamige Sohn Amadeus II. (1247) tat 1234 einen folgenschweren Schritt: Er nahm die Burg G. von Peter II. von Savoyen zum Lehen, und gab Peter so einen festen Platz zwischen dem Faucigny, das er bereits besass, und seinen Eroberungen im Waadtland. Die Erbtochter Amadeus' II., Léonnette (1302), verpflichtete sich 1251, sich ohne die Zustimmung von Peter II. nicht zu vermählen. Letzterer verheiratete sie dann 1253 mit Simon von Joinville, der zu seiner Gefolgschaft gehörte. Simon von Joinville war ein Cousin Peters II. und der Bruder von Johann, dem Biografen Ludwigs des Heiligen. Die Herren von G. wirkten als Wohltäter der Zisterzienserabtei Bonmont, wo sie eine eigene Grabkapelle hatten. Unter Simons Nachfolgern Peter (1277-87 belegt) und Wilhelm (1287-1324 belegt) schrumpfte das Herrschaftsgebiet der Fam. unter dem Druck Savoyens. 1293 und 1296 kaufte Savoyen die strategisch wichtigen Burgen La Cluse-de-G. und Versoix. Hugo (1324-47 belegt), der Letzte aus dem Haus Gex-Joinville, übertrug die Herrschaft dem Gf. Hugard von Genf, Gemahl seiner Schwester Eleonore. Der Dauphin Karl, ältester Sohn des franz. Königs, betrachtete jedoch die Herrschaft als heimgefallenes Lehen, da ein männl. Erbe fehlte, und überliess sie 1355 im Vertrag von Paris zusammen mit dem Faucigny dem Gf. von Savoyen.

Quellen und Literatur

  • A. Malgouverné, A. Mélo, Histoire du Pays de G., 2 Bde., 1986-1989