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de LaSarraz

Das Grabmal der Herren von La Sarraz in der Kapelle Saint-Antoine (genannt Jaquemart), errichtet zwischen 1380 und 1400. Fotografie von Paul Vionnet, aufgenommen kurz nach der ersten Restauration, 1903 (Musée de l'Elysée, Lausanne, Collection iconographique vaudoise).
Das Grabmal der Herren von La Sarraz in der Kapelle Saint-Antoine (genannt Jaquemart), errichtet zwischen 1380 und 1400. Fotografie von Paul Vionnet, aufgenommen kurz nach der ersten Restauration, 1903 (Musée de l'Elysée, Lausanne, Collection iconographique vaudoise). […]

Waadtländer Hochadelsgeschlecht, das vom älteren Zweig der von Grandson abstammt. Girard (vor Mai 1234), Sohn des Ebal von Grandson, trug ab 1222 den Titel eines Herrn von La S. Da sein Sohn Aymon (vor 1269) keine Söhne hatte, führte 1269 dessen älteste Tochter, Henriette, Gattin des Humbert de Montferrand, den Namen La S. weiter. So folgte der Zweig Montferrand-La S. auf die Grandson-La S., erlosch aber 1505 mit Barthelémy im Mannesstamm. Dessen Nachfolge gestaltete sich schwierig und löste Interventionen Berns und Savoyens aus. Die Ehe zwischen der Witwe von Barthelémys Neffen und Erben, Michel Mangerot, und François de Gingins aus dem jüngeren Zweig Mont-le-Grand-La S. begründete die Linie der de Gingins-La S. (de Gingins). Die La S. waren ab 1251 Vasallen der Savoyer, Vögte der Waadt und Kastlane von Les Clées. Guillaume (vor März 1478), 1458-60 Vogt der Waadt, nannte sich als erster Frh. von La S. (ab 1461 bezeugt). Die Tatsache, dass er Adrian von Bubenbergs Schwiegervater war, hielt die Eidgenossen nicht davon ab, am 24.10.1475 die Burg dieses Parteigängers des Hzg. von Burgund zu plündern. Die La S. waren mit den mächtigsten jurass. Familien verschwägert: den de Joux, de Mont, de Gingins, de Vufflens, d'Oron, de Seyssel, de Salins und de Saint-Trivier. Ausser ihrer Herrschaft La Sarraz besassen sie Rechte über versch. Marktflecken (Vevey, Montreux, Mont-le-Grand). Sie amtierten als Kastvögte der von ihren Vorfahren von Grandson gegr. Abtei am Lac de Joux, wo sich die erste Familiengruft befand. Ab 1430 liessen sie sich in der von François de Montferrand 1360 gestifteten Kapelle Saint-Antoine in La S. bestatten. François' Enkel Nicod I. (vor Mai 1447) und Aymon IV. (1427) errichteten wahrscheinlich das Kenotaph, das wohl ihren Grossvater, umgeben von ihrem Vater François II. und ihrem Onkel Aymon III., darstellt. Das von den Grandson im 12. Jh. erbaute Stammschloss befand sich bis 1921 in Familienbesitz und wurde darauf der Société du Musée romand vermacht.

Quellen und Literatur

  • L. de Charrière, Les dynastes de La-Sarra [sic] et la baronnie de ce nom, 1873
  • O. Dessemontet, La seigneurie de Belmont au Pays de Vaud, 1955
  • J.-L. Rouiller, Les sépultures des seigneurs de La S., 1994
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de La Sarra