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Freiburger Adelsfamilie des 12. und 13. Jh. Die Herren R. werden erstmals 1152 in einer Schenkung für die Zisterzienserabtei Hautcrêt erwähnt. 1155 wird auch die Burg genannt. Sie beherrschte das obere Broyetal, durch das die Strasse von Moudon nach Vevey und zum Gr. St. Bernhard führte. 1225 erscheinen die R. als Gefolgsleute der Gf. von Genf. Wilhelm II., Gf. von Genf, beauftragte in diesem Jahr Rudolf den Älteren (1256) und Rudolf den Jüngeren (nach 1267), die zwei versch. Zweigen des Hauses R. angehörten, mit dem Schutz der Zisterzienserabtei Hautcrêt. Der bald danach ausbrechende Kampf zwischen den Gf. von Genf und dem Haus Savoyen um die Vorherrschaft in der Waadt wurde den R. zum Verhängnis. Peter II. von Savoyen und seine Verbündeten eroberten schliesslich die Burg. Ein Schiedsspruch des Lausanner Bf. Johann von Cossonay und fünf anderer Schiedsmänner von 1260 verurteilte Johannes, Sohn und Erben Rudolfs des Jüngeren, zur Zahlung von 20'000 Mark an Peter II. von Savoyen. Die Herrschaft R. mit allen vom Gf. von Genf als Lehen empfangenen Besitzungen und Einkünften wurde bis zur Zahlung dieser Summe als Pfand eingezogen. Die R. waren nicht fähig, diese Summe aufzutreiben, und so blieb die Herrschaft im Besitz Savoyens. Johannes war 1252 Bürger von Freiburg. 1267 kaufte er die Besitzungen der Herren von Montagny im Lavaux. In der Bestätigung dieses Kaufs nennt ihn Bf. Johann von Cossonay seinen Neffen. Wilhelm, Sohn Rudolfs des Älteren, war Bürger von Cossonay. 1277 werden seine Witwe Pernette und die vier Kinder Humbert, Heinrich, Jakob und Jordana genannt. Das savoy. Urbar von 1278 erwähnt die R. nicht mehr.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 466 f.
  • B. Andenmatten, La maison de Savoie et la noblesse vaudoise (XIIIe-XIVe s.), 2005, 74-79