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deSaint-Martin

Fam. des mittleren Waadtländer Adels, der die Herrschaft von Saint-Martin-du-Chêne mit der ab Mitte des 12. Jh. erw. Burg (Gem. Molondin) gehörte. Einige Mitglieder der Fam. sind in den Quellen der Zisterzienserabteien Hautcrêt und Hauterive nachgewiesen. Der polit. Einfluss der S. scheint im 13. Jh. stagniert zu haben. Sie kämpften mehrmals mit wirtschaftl. Schwierigkeiten, vielleicht als Folge von Erbteilungen. Nach dem Tod von Pierre um 1226-33 verzweigten sich die S. ein erstes Mal: Der älteste Sohn, Richard II., übernahm die gleichnamige Herrschaft, während der jüngere, Guillaume, die Burg Bioley erhielt. Die nächste Generation teilte den Besitz erneut: Richard III. war Herr der Burg S., sein Bruder Ulrich, der zweite Sohn von Richard II., erscheint 1255 als Besitzer der Burg Castellion in Cronay. Die Fam. findet sich früh im Einflussbereich Peters II. von Savoyen, aber keines ihrer Mitglieder ist in der savoy. Verwaltung belegt. Chorherren an der Kathedrale von Lausanne waren 1226-48 Pierre, Bruder von Richard II., und 1293-1314 Richard IV., Sohn von Richard III. Die Vermögensteilungen setzten sich im 14. Jh. fort, und die Herrschaft von Saint-Martin-du-Chêne wurde als Mitherrschaft verwaltet. Zu Beginn des 15. Jh. erlosch die Fam. in der männl. Linie.

Quellen und Literatur

  • O. Chambaz, «Les seigneurs de Saint-Martin-du-Chêne», in RHV 18, 1910, 232-238
  • D.-L. Galbreath, «Les armoiries des sires de Saint-Martin-du-Chêne», in SAHer 35, 1921, 83-86
  • G. Castelnuovo, L'aristocrazia del Vaud fino alla conquista sabauda, 1990, 131-133
  • B. Andenmatten, La maison de Savoie et la noblesse vaudoise (XIIIe-XIVe s.), 2005