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vonBelmont

Hochfreies Freiherrengeschlecht (12.-14. Jh.) mit Besitzschwerpunkt um Castrisch und Flims. Bis um 1200 bewohnten die Belmont die gleichnamige Burg bei Fidaz, später Casti bei Castrisch und die von ihnen um 1250 erbaute Burg auf Tuma Casti bei Domat/Ems. Sie besassen die Gerichte in der Foppa (Gruoba), im Lugnez und in Flims. Vom Kloster Pfäfers hatten sie weiter die Vogtei über dessen Grosshof in Chur inne. Schliesslich besassen sie den Kirchensatz der Talkirche St. Vinzenz in Pleif (Vella) und die Kollatur zweier Filialkapellen von Sagogn. Begräbnisort war ursprünglich St. Luzi in Chur, später die Kathedrale in Chur und – gesichert ab dem 14. Jahrhundert – auch Castrisch. Verwandtschaftliche Beziehungen bestanden unter anderem zu den Vazern, den Freiherren von Frauenberg, Montalt und Rhäzüns. Erster bekannter Vertreter ist Lütfried, der 1139 im Zusammenhang mit der Gamertinger Schenkung unter den Zeugen erscheint. Verschiedene Indizien weisen darauf hin, dass dessen Nachfahren oder Erben in den folgenden 60 Jahren den Namen von Castrisch führten und erst nach dem Auftauchen eines gleichnamigen, sich nach ihrer Burg nennenden niederadligen Geschlechts wieder den Namen von Belmont annahmen. Heinrich (belegt 1252-1262) trug als Erster der Familie konsequent den Nobilestitel. Er unterlag 1255 mit anderen Adligen in der Schlacht bei Ems dem Bischof von Chur. Als Folge verlor die Familie offenbar ihre kurz zuvor mit Hilfe von Verbündeten erbaute Burg bei Ems, erhielt diese aber als bischöfliches Lehen wieder zurück. Heinrichs Sohn Heinrich (belegt 1267-1307) studierte 1267 in Bologna. Er stand in enger Verbindung zu den Vazern und zum Churer Bischof, seinem Bruder Konrad (->). Im 14. Jahrhundert zwangen ökonomische Schwierigkeiten die Familie zur Veräusserung und Verpfändung eines Teils ihres Besitzes. Der letzte männliche Abkomme des Geschlechts, Ulrich Walter (->), Enkel des letztgenannten Heinrich, wehrte sich 1352 in der «Schlacht von Mundaun» mit weiteren Adligen (Montalt und Rhäzüns) und lokalen Bauern erfolgreich gegen die Territorialisierungsbestrebungen der Werdenberger. Seine Schwester Adelhaid war in erster Ehe mit Heinrich von Rhäzüns verheiratet. Über sie gelangte das Erbe der von Belmont an ihre Tochter Elisabeth und deren Ehemann Kaspar von Sax-Misox.

Quellen und Literatur

  • GHS 2, 3-7
  • J.L. Muraro, «Die Frh. von Belmont», in Gesch. und Kultur Churrätiens, hg. von U. Brunold, L. Deplazes, 1986, 271-309
Weblinks
Weitere Links
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Zitiervorschlag

Martin Leonhard: "Belmont, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.03.2017. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019598/2017-03-13/, konsultiert am 04.02.2023.