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vonEschenbach

Erinnerungsbild an die Stiftung des Zisterzienserklosters Kappel. Öl auf Holz eines unbekannten Künstlers aus dem Kloster Kappel, um 1434, mit Inschriften nach 1527 (Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich).
Erinnerungsbild an die Stiftung des Zisterzienserklosters Kappel. Öl auf Holz eines unbekannten Künstlers aus dem Kloster Kappel, um 1434, mit Inschriften nach 1527 (Schweizerisches Nationalmuseum, Zürich). […]

Hochfreiengeschlecht mit der Stammburg Eschenbach bei Inwil (LU), vor allem in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum Teil auch als von Schnabelburg bezeugt. Ab 1225 sind die genealogischen Zusammenhänge relativ gesichert. Die ältesten Besitzungen finden sich im Gebietsstreifen von Eschenbach über Rüssegg und Maschwanden bis zum Zürichsee. Streubesitz lag im Aargau und in Uri sowie ab dem 12. Jahrhundert durch Konnubium im Elsass. Die Lage des frühen Allodialbesitzes und die Beziehungen zu Luzern lassen eine urkundlich nicht belegbare Zweigbildung von den Freiherren von Rotenburg plausibel erscheinen. Zunächst Lehensträger der Grafen von Lenzburg, treten die von Eschenbach nach 1173 im Gefolge der Herzoge von Zähringen auf. Konnubien bestanden mit den Breisgauer Freiherren von Schwarzenberg und um 1200 durch die Heirat Walters II. mit der Berner Oberländer Erbtochter Ita von Oberhofen, verwandtschaftliche Beziehungen auch zu den Freiherren von Regensberg, von Wart, von Sulz, von Wädenswil-Unspunnen, von Tengen und von Vaz. Als Inhaber der Reichsvogtei Zürich erbauten die von Eschenbach vermutlich im 12. Jahrhundert die auf dem Albis gelegene Schnabelburg. 1185 gründeten die Gebrüder Konrad (->), Abt von Murbach, Ulrich (->), Propst zu Luzern und Walter I., Herr zu Schnabelburg, das Kloster Kappel, das zur Begräbnisstätte der Familie wurde. Die traditionelle Annahme einer Herrschaftsteilung bereits um 1200 in einen Berner Oberländer Zweig und einen Zweig in den Stammgebieten und um Zürich, welche den Breisgauer Besitz gemeinsam verwalteten, beruht auf einer statischen Auffassung genealogischer Auffächerung. Bis in das letzte Viertel des 13. Jahrhunderts muss von einer grossen geografischen Mobilität mit alternierenden Herrschaftsschwerpunkten ausgegangen werden. Die Machtstellung im Berner Oberland beruhte auf der Kastvogtei der Propstei Interlaken sowie auf Güterbesitz um Interlaken, an Thuner- und Brienzersee sowie im Grindelwaldner- und im Lauterbrunnental. Die von Eschenbach hinterliessen im 13. Jahrhundert mehrmals unmündige Söhne, was eventuell auf späte Heirat infolge einer Anpassung im generativen Verhalten schliessen lässt. Erst in der Generation von Walter III. (->), um 1270, kam es zur Herrschaftsteilung im Hause von Eschenbach-Schnabelburg: Die von Eschenbach verlagerten ihr Schwergewicht auf die Schnabelburg, während die ursprünglichen Schnabelburger ins Breisgau abwanderten und sich als von Schwarzenberg bis 1465 fortsetzten. Wenige Jahre später kam es infolge ökonomischer Schwierigkeiten zu den ersten umfangreicheren Veräusserungen. Vor 1280 begann ein rascher Niedergang mit der Liquidation der Güter im Berner Oberland, ab 1290 auch der übrigen Güterkomplexe. Um 1280 trat Berchtold III., Sohn Walters III., in den habsburgischen Dienst, was wohl mit der Erlaubnis zum Bau der Burg und des Städtchens Unterseen im Berner Oberland abgegolten wurde. Unter Walter IV. (->) zerbrach die wirtschaftliche Basis der Familie vollends. 1302 wurde die Schnabelburg dem Johanniterhaus Hohenrain veräussert, Walters Bruder Berchtold in ebendieser Kommende versorgt. 1306 erfolgte die Veräusserung der gesamten Herrschaft Oberhofen mit Unspunnen und Unterseen an Habsburg. Die Beteiligung Walters IV. an der Ermordung von König Albrecht I. 1308, in dessen Folge er den Rest seiner Güter verlor, war damit nur das Fanal eines schon früher begonnen Niedergangs. Walther IV. selbst entkam der Vergeltung und soll nach chronikalischer Überlieferung sein Leben als Schafhirt in Württemberg beendet haben, während sein Bruder Mangold, aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Stellung offenbar unverheiratet, noch vereinzelt bis 1338 urkundlich erwähnt wird.

Quellen und Literatur

  • StAAG
  • Sablonier, Adel, v.a. 37 und 100 f.
  • B. Frei, Beitr. zur Gesch. des Adels im Berner Oberland (12./13. Jh.), Liz. Zürich, 1988
Weblinks
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Zitiervorschlag

Franziska Hälg-Steffen: "Eschenbach, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 01.11.2004. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019615/2004-11-01/, konsultiert am 30.09.2022.