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vonGüttingen

Thurgauer Freiherren des 12.-14. Jh. mit den Burgen Kachel und Moosburg bei G., in deren Umgebung sich auch ihr Besitz konzentrierte. Obwohl die G. urkundlich gut belegt sind, ist die Identifizierung einzelner Vertreter und deren genealog. Einreihung schwierig, nicht zuletzt weil sie vorwiegend die Vornamen Rudolf, Ulrich und Heinrich trugen und viele von ihnen Kleriker waren. Versch. Personen mit dem Namen G. waren jedoch mit dieser Fam. nicht verwandt. Erstmals belegt sind die G. mit dem Domherrn Ulrich, der 1159 als Zeuge für den Bf. von Konstanz auftrat, in dessen Umfeld sie auch später immer wieder erschien. Ihr Hauskloster war Salem, das sie mit Stiftungen bedachten und wo versch. Vertreter ihre letzte Ruhe fanden. Wiederholt wurden Vertreter der Fam. zu Reichsdiensten herangezogen; Rudolf (->) etwa, ab 1220 Abt von St. Gallen, 1224-26 gleichzeitig auch Bf. von Chur, kaufte sich bei Friedrich II. von dieser Verpflichtung los. Durch den polit. Aufstieg der Habsburger und die sich wandelnden wirtschaftl. und sozialen Rahmenbedingungen gerieten die G. wie andere hochadelige Geschlechter in der 2. Hälfte des 13. Jh. zunehmend unter Druck. Im Streit um das Kyburger Erbe 1264 blieben sie gegenüber Habsburg ebenso erfolglos wie 1285 beim Versuch, über Rudolf, Abt von Einsiedeln und letzter Vertreter der Fam. in einer wichtigen kirchl. Position, einen Anspruch auf die Vogtei über das Kloster aus dem Erbe der Rapperswiler durchzusetzen. Während ein Zweig der Fam. Ende des 13. Jh. in Konstanz als von G. an dem Turme Konstanzer Bürger wurden, suchten andere Vertreter die Nähe des Abtes von St. Gallen und der Werdenberger. Die Burgen Kachel und Moosburg mit den damit verbundenen Rechten und Güter gelangten nach 1313 über die Ehe Adelheids an die aus dem Südtirol eingewanderten Frh. von Enne.

Quellen und Literatur

  • P. Bütler, «Die Frh. von G.», in ThBeitr. 56, 1916, 1-30
  • O. Leutenegger, «Die Frh. von G. und das Schloss als Sitz des bischöfl. Vogtes», in Thurgauer Jb. 3, 1929, 11-19
  • Sablonier, Adel, 97, 101, 133, 218